
Jörg Müller ist nicht unbedingt dafür bekannt, sparsam mit Superlativen umzugehen. Das liegt in der Natur der Sache, schließlich organisiert seine Agentur Metropress Jahr für Jahr einen der Höhepunkte im Frankfurter Gesellschaftsleben – und das muss natürlich angemessen vermarktet werden. Den Deutschen Sportpresseball präsentierte Müller entsprechend in den Vorjahren sehr gerne als größten deutschen Ball überhaupt. Nun hat er diesen Superlativ entspannt eingeschränkt. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass es mit dem Ball der Pferdefreunde in Neumünster bei 7000 Gästen doch noch einen größeren Ball gibt“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms für den nächsten Ball im Herbst. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung des Pferdesportverbands Schleswig-Holstein. „Wir werden uns also entsprechend künftig als größten deutschen Ball mit überregionaler Bedeutung bezeichnen.“
Das nimmt dem Ereignis, dessen 44. Auflage in diesem Jahr am 7. November in der Alten Oper stattfindet, nichts von seiner Strahlkraft – so viel Selbstbewusstsein hat sich die Veranstaltung mit ihren prominenten Stammgästen aus Sport, Wirtschaft und Gesellschaft verdient. Der Ball kann dabei sogar mit dem derzeit ebenfalls in Frankfurt stattfindenden „Ball des Sports“ wetteifern, der stets im Februar von der Stiftung Deutsche Sporthilfe in der Festhalle ausgerichtet wird. Dem selbst geschaffenen Gütesiegel wollen Müller und seine Partner, der Verband deutscher Sportjournalisten sowie der Verein Frankfurter Sportpresse, auch in diesem Jahr gerecht werden.
Mittlerweile organisiert Metropress das Ereignis in Eigenregie, nachdem die Sportjournalisten vor Jahrzehnten den einst noch deutlich kleineren Ball selbst ins Leben gerufen und veranstaltet hatten. Die Verbandsvertreter entscheiden aber noch heute über die Auszeichnungen mit, die beim Ball an jeweils einen verdienten Kollegen, einen „Sportler mit Herz“ sowie eine „Legende des Sports“ verliehen werden. Sie alle erhalten die gewichtige wie wertvolle Porzellanskulptur Pegasos, die die Skulptur des geflügelten Pferdes gewissermaßen vom Dach der Alten Oper hinab in den Ballsaal fliegen lässt.
Während die Preisträger erst Ende September bekanntgegeben werden, verkündete Müller bereits jetzt das Motto des Balls sowie die musikalischen Höhepunkte: Unter den Leitbegriffen „Stars & Lights“ wird zur Eröffnung die Sängerin Cassandra Steen eine abgewandelte Version des Rihanna-Hits „Diamond“ vortragen. Die Mitternachtsshow gestaltet Alvaro Soler, ein Star des modernen Latino-Pop mit deutschen und spanischen Wurzeln. Er soll rund eine Stunde lang die Alte Oper mit einem „Greatest Hits“-Konzert zum Strahlen bringen, ehe anschließend auf mehreren Ebenen noch stundenlang Partys mit verschiedenen Musikstilen die Gäste zum Weitertanzen motivieren sollen. Nachdem in den Vorjahren meist in die Jahre gekommene Musiker aufgetreten waren, verjüngt sich der Ball nun mit dem 35 Jahre alten Sänger merklich.
