Malai Kofta erinnern mich immer an meine Studienzeit. Ich kam manchmal erst gegen 21.30 Uhr von der Uni nach Hause, hatte kaum Geld, keine Lust zu kochen, aber großen Hunger. Dann ging ich in ein kleines veganes indisches Restaurant, gleich um die Ecke meiner Studentenbude. Dort wählte ich fast immer dasselbe: Malai Kofta, Kartoffelbällchen in einer cremig-würzigen Tomaten-Cashew-Soße. Historisch stammt das Gericht vermutlich aus der Mogul-Küche Nordindiens, traditionell wird es mit Panir gemacht. In meinem veganen Standardrestaurant aber kam Tofu zum Einsatz. Bis heute esse ich die Kartoffelbällchen so am liebsten, auch wenn ich sie selber mache. Mit der ersten Gabel bin ich jedes Mal sofort wieder dort, in meiner Berliner Studentenzeit der 1990er-Jahre.