Das Bafög steigt. Die Wohnpauschale wird um 15 Prozent auf 440 Euro im Monat erhöht, der Grundbedarf in zwei Schritten sogar um 18 Prozent auf 563 Euro im Monat. Darauf hat sich das Kabinett am vergangenen Mittwoch geeinigt. Gut so. Dass Forschungsministerin Dorothee Bär vor ein paar Monaten die schon länger geplante Reform der Ausbildungsförderung für Schüler und Studenten mit dem läppischen Hinweis in Zweifel zog, ein „Vollkaskostudium“ brauche es nicht, war im Sinne der Generationengerechtigkeit töricht. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, haben sich die Altersrenten und die Bafög-Sätze in Deutschland ähnlich entwickelt. Und das Klischee vom faulen Studentenleben hält den Fakten nicht stand. Heute arbeiten mehr junge Leute neben dem Studium als früher.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Ein paar neue Ideen würden dem Bafög allerdings guttun. Die Lebenshaltungs- und vor allem Wohnkosten in den großen Unistädten steigen überdurchschnittlich. Dazu kommen veränderte Ansprüche, oft genug bedenkenlos von Gutverdienern in den Elternhäusern herangezogen. Wer insgesamt bescheidener lebt und nach Greifswald statt nach München zieht, kommt günstiger zum Abschluss.
Bafög besteht bisher aus einem Zuschuss und Darlehen
Wer das nicht über sich bringt, darf nicht auf üppige Geschenke aus Steuermitteln hoffen. Es gibt dafür eine viel bessere Lösung. Das Bafög besteht bisher je zur Hälfte aus einem Zuschuss und einem Darlehen, das zurückgezahlt werden muss. Warum so starr?
Die Möglichkeit zu einer höheren Darlehensquote könnte den Studenten mehr Freiheit für ihre individuellen Lebensentscheidungen geben, ohne die Staatsfinanzen ins Wanken zu bringen. So ließe sich der Höchstsatz unterm Strich schnell um ein Viertel erhöhen, als Anleihe auf die eigene Zukunft. Wer ein Fach mit glänzenden Verdienstaussichten studiert, wird eher zugreifen als jemand ohne ausgeprägte berufliche Ambitionen. Den Leistungsträgern von morgen ist diese Entscheidung zuzutrauen.
