Die Gespräche über eine neue Nutzung von Schloss Meseberg nach dem Rückzug der Bundesregierung sind noch nicht abgeschlossen. Der Vorstandsvorsitzende der Messerschmitt-Stiftung, Hans Heinrich von Srbik, sagte, er sei optimistisch, dass es vor dem 1. September eine Nachfolge-Lösung geben werde.
20 Jahre lang wurde das Barockschloss in Brandenburg als Gästehaus der Bundesregierung genutzt. Die Regierung will den Nutzungsvertrag ab Februar 2027 unter anderem aus Kostengründen auslaufen lassen. Die Messerschmitt-Stiftung ist Eigentümerin des Schlosses.
Es gebe einen konkreten Interessenten für die Nachnutzung, und es fänden noch Gespräche mit der Bundesregierung statt, sagte von Srbik. Um wen es sich bei dem Interessenten handelt, verriet er nicht. Ende Juli hatte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung gesagt: «Wir sind knapp davor, eine Lösung zu haben.»
Symbolpreis von einem Euro
Die Stiftung aus München hatte das Gebäude im Jahr 1995 erworben, saniert und zum Symbolpreis von einem Euro an die Bundesregierung vermietet. Das Bundeskanzleramt hatte nach eigenen Angaben die Kosten für Unterhalt, Betrieb und Sicherung des Schlosses getragen. Der kleine Ort Meseberg im Landkreis Oberhavel liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Berlin.
Zuletzt nur noch selten genutzt
Zur Aufgabe des Gästehauses hatte ein Regierungssprecher im Februar mitgeteilt, dass die Nutzung des Gästehauses zuletzt sehr zurückgegangen sei – «durch andere Besuchsformate und vor allem wegen einer gestiegenen Termindichte».
Als problematisch habe sich auch die deutliche Entfernung zum Berliner Regierungsviertel erwiesen. «Die mit dem Betrieb und dem Unterhalt des Schlosses verbundenen Aufwendungen stehen so nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert dieser Liegenschaft für repräsentative Veranstaltungen.»
© dpa-infocom, dpa:260809-930-503609/1
