
Italien habe die Anfrage aus Madrid abgelehnt und erklärt, bei der Einreise an Flughäfen und Häfen weiterhin stichprobenartig Personalausweise oder Pässe von Spaniern zu verlangen. Frühestens am 15. August solle über eine Änderung nachgedacht werden, wurde in Rom verlautbart.
Die „vorübergehende“ Einführung von Kontrollen beinhaltet Binnengrenzen, Häfen und Flughäfen für Reisende aus Italien. Diese Maßnahme gelte von Samstag (0 Uhr) an und sei bis zum 7. September gültig, „sofern sich die Umstände, die zu ihrer Verabschiedung geführt haben, nicht ändern und eine Anpassung des Zeitraums erforderlich machen“. An den Grenzen müssen Reisende sich nun einer Überprüfung ihrer Identität unterziehen und etwa einen Reisepass vorzeigen, hieß es aus dem Büro von Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Wie es zu dem Streit zwischen Italien und Spanien kam
Italien hatte als Reaktion auf die Migrationskrise in Ceuta Grenzkontrollen für Schiffe und Flüge aus Spanien eingeführt und bestehende Kontrollen an den Landesgrenzen verschärft. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem „außerordentlichen“ Schritt, um „die nationale Sicherheit zu schützen“. Ihre Regierung forderte gar einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum, was rechtlich aber nicht möglich ist.
Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet. Wohl knapp 2000 Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen.
