
Thorsten Frei will es offenbar noch einmal spannend machen. Ob der nächste Bundespräsident erstmals eine Bundespräsidentin sein werde, müsse man offen lassen, sagte der neue Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag. Dabei war das schon seit Wochen alles andere als noch offen. Dass es eine Frau werden müsse, galt als ausgemacht.
Auch ein Name fiel immer öfter: Ilse Aigner. Vorläufiger Höhepunkt der Kandidatenkür waren Äußerungen von Markus Söder und Friedrich Merz. Beide bezeichneten Aigner, derzeit Landtagspräsidentin in München mit Regierungserfahrung in Berlin, als geeignet – Merz vielleicht etwas zurückhaltender („denkbar“) als Söder („sehr gut“).
Söder wäre eine Konkurrentin los, doch Merz zögert
Söder verband sein Lob mit der Beteuerung, Kanzler wolle er nicht mehr werden. Es bestünde also – jedenfalls bis zur Wahl des neuen Bundespräsidenten am 30. Januar – kein Grund zur Befürchtung, dass sowohl das Kanzleramt als auch das Schloss Bellevue in CSU-Hand geraten könnten. Auch eine andere Sorge Söders wäre erledigt: Er würde eine lästige Konkurrentin los. Für Merz sind das allerdings keine Kriterien.
Nach den Landtagswahlen im Herbst stellt sich die Frage neu, was angesichts der AfD-Stärke auf das Staatsoberhaupt zukommt und wie sehr die Union in der Bundesversammlung auf die Stimmen aus der SPD angewiesen ist. Deshalb taucht nun der Name Boris Rhein auf. Der CDU-Ministerpräsident regiert mit der SPD in Hessen. Er hat allerdings einen Nachteil. Friedrich Merz müsste nun doch einen Mann vorschlagen.
