
Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) hat das Angebot an die Stadt Oberursel zurückgezogen, ein Geschwindigkeits-Warndisplay für die Ortsausfahrt Hohemark zu kaufen, um dort den Lärm zu verringern. „Wir haben den Eindruck, dass die Stadt Oberursel dieses Projekt nicht mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit verfolgt, ja, dass das Projekt bewusst verschleppt wurde/wird“, heißt es in einem Schreiben des Verbandsvorsitzenden Michael Lenzen und des Sprechers für Hessen, Rainald Mohr, an Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) vom 30. Juli.
An der betreffenden Stelle hätten Anwohner seit Jahren über hohen Motorradlärm durch schnelles, hochtouriges Fahren geklagt, teilt der BVDM mit. Deshalb habe der Verband gemeinsam mit dem von FDP-Mitgliedern gegründeten Verein Liberale Biker und Oberurseler Bürgern einen Beitrag zur Verkehrssicherheit und Verkehrslärmreduzierung leisten wollen. Das Angebot, ein Warnschild zu erwerben, stamme vom September 2025. Weil die Stadt seitdem Briefe und Anfragen nicht oder unzureichend beantwortet habe, zögen die Motorradfahrer das „Sponsoringangebot“ nun zurück.
Zuletzt hatte die Stadt im Februar auf Anfrage mitgeteilt, sie begrüße das bürgerschaftliche Engagement. Es habe auch schon einen Ortstermin mit den Bikern gegeben. Die Verwaltung stimme sich aber noch mit dem Hochtaunuskreis und weiteren Behörden ab und hole Angebote für Geräte ein.
Im Jahr 2022 hatte der Landkreis mit einem Verkehrsversuch rund um den Großen Feldberg untersucht, ob sich einige Strecken dort rechtskonform dauerhaft sperren lassen. Dabei durften Motorräder in der Gegend an mehreren Sommerwochenenden nicht fahren. Das Ergebnis lag Ende 2024 vor: Eine dauerhafte Sperrung ist weder mit Blick auf die Unfallzahlen noch auf den Lärmpegel gerechtfertigt. Es kam aber auch heraus, dass Lärmschutzzonen an Ortseingängen einen deutlichen Unterschied machten.
