Beim Absturz eines Touristenflugzeugs sind in Peru mindestens 13 Menschen gestorben, darunter nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP auch zwei deutsche Urlauber. Die Maschine sei in eine Notsituation geraten und aus bisher ungeklärten
Gründen abgestürzt, teilte die Verwaltung des Distrikts Vista Alegre
mit. Es gab keine Überlebenden.
Das Flugzeug soll elf ausländische Touristen und zwei
Besatzungsmitglieder an Bord gehabt haben, berichtete der peruanische Sender RPP unter Berufung auf die Generaldirektion für Zivilluftfahrt. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Tod von sieben Italienern, zwei Deutschen und zwei Spaniern. Die
Opfer waren demnach zwischen 24 und 78 Jahre alt.
Ermittlungen eingeleitet
Bei der abgestürzten Maschine der peruanischen Fluggesellschaft Aerodiana handelt es sich um eine Cessna Caravan
C-208. Das Unternehmen bietet Rundflüge über den Nazca-Linien an. Nach Angaben des Verkehrsministeriums startete das Flugzeug gegen 12.10 Uhr Ortszeit vom Flughafen Pisco. Gegen 13.00 Uhr habe die
Besatzung einen Notfall gemeldet, daraufhin sei der Funkkontakt
abgebrochen. Nach dem Absturz sei die Maschine in Brand
geraten, sodass eine Rettung unmöglich war, berichtete RPP. Die peruanische Flugunfallbehörde CIAA leitete Ermittlungen ein.
Perus Staatschefin Keiko Fujimori äußerte Bedauern über das Unglück. Es werde geprüft, ob am Flughafen von Pisco vorübergehend der Betrieb eingestellt werden solle. Dort starten und landen täglich Dutzende kleine Maschinen, die hauptsächlich ausländische Touristen befördern.
In der Region hatte es schon in der Vergangenheit tödliche Flugzeugunglücke gegeben. So starben bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 2022 sieben Menschen, darunter zwei Chilenen und drei Niederländer. Im Oktober 2010 starben vier britische Touristen und zwei peruanische Besatzungsmitglieder, als eine Maschine der Fluggesellschaft AirNasca abstürzte.
Nasca-Linien zählen zu Perus wichtigsten Touristenattraktionen
Bei den Nasca-Linien handelt es sich um Hunderte riesige in den Wüstenboden gescharrte
Bilder im Süden Perus. Sie sind zwischen 500 vor Christus und 500 nach Christus entstanden und zeigen unter anderem Tiere, stilisierte Pflanzen,
Fabelwesen und geometrische Figuren. Ihre genaue Bedeutung bleibt ein Rätsel, manche Forscher halten sie für eine Art Kalender. Die Scharrbilder gehören zum
Unesco-Weltkulturerbe und zählen zu den wichtigsten Touristenattraktionen des Landes. Besucher betrachten sie in der Regel von Kleinflugzeugen aus.
Am
Freitag waren Flüge über die Nazca-Linien wegen starker Winde
von mehr als 40 Kilometern pro Stunde ausgesetzt worden. Einem Medienbericht zufolge mussten mehrere
Maschinen auf andere
Flughäfen ausweichen.
