Drei Tage nach einem Lawinenunglück im Norden Pakistans ist der Tod aller zehn Bergsteiger um den nepalesisch-britischen Extremsportler Nirmal Purja bestätigt worden. Die gesamte Gruppe sei am Broad Peak ums Leben gekommen, teilte Purjas Unternehmen »Elite Expeditions« am Samstag mit. Auch Purja habe »in tragischer Weise sein Leben nach der Lawine am Broad Peak verloren«. Die Bergsteiger kamen aus Nepal, Pakistan, China, dem Oman und den USA.
Der Broad Peak liegt an der Grenze zwischen Pakistan und China. Der mit 8.047 Metern zwölfthöchste Berg der Welt gilt als besonders schwer zu erklimmen.
Eine Lawine hatte die Expeditionsteilnehmer am Donnerstag erfasst, als
sich die Gruppe in rund 6.000 Metern Höhe befand. Daten der Ortungsgeräte
deuteten darauf hin, dass die Bergsteiger mehrere hundert Meter den
Hang hinab gerissen wurden, sagte Naila Kiani vom pakistanischen
Alpinismus-Verein ACP.
Schwierige Bedingungen bei Suchaktion
Bereits am Freitagabend hatte die Regionalregierung von Gilgit-Baltistan mitgeteilt, dass die Leichen einer US-Bürgerin, einer Omanerin und eines Nepalesen gefunden worden seien. Laut Behördenangaben wurden die Toten zur Identifizierung in ein Krankenhaus geflogen.
Wegen schwieriger Wetterbedingungen in dem »äußert herausfordernden Gebiet« musste die Suche zeitweise unterbrochen werden. Am Samstag nahmen die Einsatzkräfte die Aktion wieder auf. Die Armee unterstützte die Suche mit Hubschraubern.
Der nepalesische Ministerpräsident Balendra Shah bekundete sein Beileid angesichts der »tragischen« Todesfälle. Bergsteiglegende Reinhold Messner schrieb bei Instagram, Purja sei seinen Weg mit Mut und Leidenschaft gegangen.
Purja bestieg Achttausender ohne Sauerstoff
Zuletzt hatte Purja versucht, als erster Mensch alle 14 Achttausender der Erde zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. 2019 sorgte der bekannte Bergsteiger für internationale Schlagzeilen, nachdem er alle 14 Achttausender innerhalb von sechs Monaten und sechs Tagen bestieg. Damit löste er den vorigen Rekord von sieben Jahren ab. Purja ließ sich alle 14 Berge auf seinen Rücken tätowieren.
2021 gelang Purja gemeinsam mit neun weiteren Nepalesen die erste Winterbesteigung des K2 an der Grenze zwischen Pakistan und China. Einem größeren Publikum wurde der Bergsteiger 2021 durch eine Netflix-Dokumentation bekannt. Vor seinem letzten Aufstieg schrieb Purja vor einigen Tagen bei X: »Broad Peak, ich bitte um nichts weiter als einen sicheren Aufstieg und eine sichere Rückkehr.«
