DIE ZEIT: Frau Angetter-Pfeiffer, Sie sind Historikerin – und im Ehrenamt Rettungssanitäterin. Jetzt haben Sie ein Buch zum schweren Stand der Frauen in der Medizin geschrieben. Haben Sie auch persönlich schlechte Erfahrungen gemacht?
Daniela Angetter-Pfeiffer: Mit Kollegen gar nicht. Gerade im Rettungsdienst müssen wir im Team arbeiten, allein kann man niemandem helfen.
ZEIT: Und was ist mit den Patienten?
Angetter-Pfeiffer: Da schaut es manchmal anders aus. Es hängt stark vom Kulturkreis ab. Manchmal wird man als Frau sehr hoch geschätzt, die Patienten wollen dann unbedingt von einer Frau untersucht werden. Aber manche männliche Patienten lehnen es auch strikt ab. Wir schauen, wenn es möglich ist, dass wir in gemischten Teams unterwegs sind im Rettungsdienst. Womit ich mich schwertue: wenn ich eine Patientin nach ihrem Problem frage und die Männer antworten.
