Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko verschärft sich: Innerhalb von 24 Stunden seien schätzungsweise 49.000 Menschen in die autonome Stadt gelangt, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das spanische Innenministerium. Die Agentur AFP schrieb unter Berufung auf Polizeikreise von »Tausenden«, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Die Agentur Europa Press meldete ebenfalls unter Berufung auf die Polizei von schätzungsweise mehr als 20.000 Menschen innerhalb weniger Tage.
Viele Menschen gelangten schwimmend nach Ceuta. Mindestens 16 Menschen seien
bereits tot aus dem Wasser geborgen worden, meldete die
Nachrichtenagentur Europa Press. Eine Gewerkschaft der spanischen Gendarmerie Guardia Civil sprach von 18 Toten.
In der Nacht auf Freitag übernachteten in Ceuta hunderte junge Migranten
auf den Straßen, wie die Zeitung El País berichtete.
Viele von ihnen hätten kaum Kleidung am Körper.
Hunderte gelangen auch in zweite spanische Exklave
Auch in die 250 Kilometer östlich gelegene Exklave Melilla gelangten viele Menschen. Etwa 400 Migranten hätten zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg überwunden sowie einen Damm im Süden der autonomen Stadt, sagte der Präsident Melillas, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope.
Die spanische Regierung hatte zuletzt das Militär mobilisiert, um die Guardia Civil in Ceuta zu unterstützen. Behörden in der an Marokko grenzenden spanischen Exklave
Ceuta hatten die spanische Regierung um Militärhilfe gebeten, nachdem
mindestens 1.500 Migranten innerhalb weniger Tage in die Stadt gelangt
waren. Unter den Ankommenden sind nach Angaben des staatlichen TV-Senders RTVE viele Minderjährige und Kinder.
Die Lage in der Stadt Ceuta mit ihren rund 85.000 Einwohnern ist angespannt. Viele Geschäfte blieben am Donnerstag geschlossen.
Die Bilder aus Ceuta
wecken Erinnerungen an Ereignisse vor fünf Jahren: Im Mai 2021
waren innerhalb von 36 Stunden mehr als 8.000 Menschen von Marokko aus
in die Exklave gelangt. Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta
und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht.
