Thorsten Frei (CDU), neu gewählter Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hat die CDU angesichts des Personalumbaus in Regierung und Partei davor gewarnt, die aktuelle Situation zu unterschätzen. Mit Blick auf die Landtagswahlen im Herbst müsse man die gegenwärtige Lage sehr ernst nehmen, sagte er im Deutschlandfunk.
Zugleich widersprach Frei dem Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, der die Lage der Partei als ernster als zur Zeit der CDU-Spendenaffäre um die Jahrtausendwende bezeichnet hatte. In dieser Situation sei die Partei nicht, sagte der neue Fraktionsvorsitzende – damals sei die CDU in einer »gigantischen Vertrauenskrise« gewesen.
Frei appellierte an die Union, sich nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) als Fraktionschef und der dadurch ausgelösten Personalrochade nicht zu sehr mit sich selbst zu beschäftigen: »Wir müssen, glaube ich, in dieser Situation auch aufpassen, dass wir nicht zu sehr um uns selbst zu kreisen.« Er sei sehr für dafür, selbstkritisch zu sein und permanent zu versuchen, besser zu werden. »Aber wir selbst sind ja kein Selbstzweck«, sagte Frei. Es gehe darum, etwas für das Land und die Menschen zu tun – hier stehe man vor gewaltigen Aufgaben.
Frei war am Mittwoch in einer Sondersitzung der Unionsfraktion mit fast 92 Prozent zum Nachfolger Spahns gewählt worden. Das Ergebnis mache die Union stärker für die Herausforderungen im Herbst, sagte Frei.
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