An einem Freitagvormittag tanzt ein Gespenst vor dem Bundesrat in Berlin. Eine junge Frau in einem Kostüm hüpft durch eine Gruppe von etwa 50 Demonstranten. Sie tragen lila-gelbe Westen in den Farben der Initiative Deutsche Wohnen & Co Enteignen, auf ihren Schildern steht »Immobilienkonzerne enteignen!« und »Wir haben Eigenbedarf«. Das Kostüm, erklärt ein Pressesprecher, solle das Gespenst der Enteignung darstellen.

Dieses Gespenst geht um in Berlin. 2021 stimmten bei einem von Deutsche Wohnen & Co. Enteignen initiierten Volksentscheid eine Mehrheit der Wähler dafür, große Wohnungsbaukonzerne mit über 3.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Seitdem ist wenig passiert. Doch jetzt, im Berliner Wahlkampf, nimmt die Debatte wieder Fahrt auf. Linke und Grüne stellen sich in ihren Wahlprogrammen ausdrücklich hinter die Forderungen von Deutsche Wohnen & Co. Enteignen.