In Italien ist die Zahl der registrierten
Erkrankungen am West-Nil-Fieber deutlich angestiegen. Die europäische
Gesundheitsbehörde ECDC erfasste für das laufende Jahr bis vorigen Mittwoch 46
Erkrankungen. Insgesamt sind 20 Regionen in Italien betroffen,
auch die Großstädte Mailand und Rom mit Umgebung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt von 21
bestätigten Fällen in Italien berichtet.
Die ECDC nennt nun höhere Zahlen, auch für andere
europäische Länder. Der Behörde zufolge gab es in Europa 81 Fälle, in denen sich Menschen lokal, also nicht auf Reisen, angesteckt haben. Neben den 46 Fällen in Italien gab es 21 Fälle in
Griechenland, fünf in Nordmazedonien, weitere fünf in Rumänien, drei in Spanien und einer in
Frankreich. Laut Robert Koch-Institut(RKI) wurden in
Deutschland im laufenden Jahr zwei Fälle registriert, die jedoch jeweils auf Infektionen auf Reisen zurückzuführen waren.
Das Virus wird nach WHO-Angaben meist zwischen
Mücken und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Menschen
anstecken. Das europäische WHO-Regionalbüro teilte mit, das Risiko einer schweren
Erkrankung sei für die meisten Menschen gering.
Mehr Erkrankungen im Sommer
Laut RKI bemerken die
meisten Menschen die Ansteckung nicht. Bei etwa einem Fünftel der Infizierten
entwickeln sich nach zwei bis 14 Tagen laut RKI grippeähnliche Symptome. Forscher gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. In
schweren Fällen kann es zu Erkrankungen des Nervensystems wie Enzephalitis und
Hirnhautentzündung kommen. Laut WHO sollte man bei hohem Fieber, Ausschlag auf der Haut oder einem steifen Nacken unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Im Sommer steigt die Zahl der Erkrankungen an West-Nil-Fieber
erfahrungsgemäß deutlich an. Wegen der längeren und
heißeren Sommer steigt laut WHO inzwischen die Möglichkeit einer Ansteckung. Zu
den meisten Infektionen kommt es zwischen Juli und September. Die WHO empfiehlt, sich auf Reisen durch Kleidung, Antimückensprays oder andere Hilfsmittel zu schützen.
