Die israelische Armee hat den Chef der Polizeikräfte im Gazastreifen getötet. Das von der Hamas geführte Innenministerium sowie palästinensische Rettungskräfte bestätigten den Tod von Abdel-Nasser Al-Makadma bei einem Angriff im Viertel Scheich Radwan im Norden von Gaza-Stadt. Der Polizeichef war auch als Gouverneur des nördlichen Gazastreifens bekannt. Das israelische Militär äußerte sich bisher nicht zu dem Angriff.
In den vergangenen Monaten hat Israel mehrere, teils hochrangige Mitglieder der von der Hamas kontrollierten Polizei in Gaza getötet und ihnen vorgeworfen, Mitglieder der Hamas zu sein. Die Polizei in Gaza setzt sich nach Angaben des Europäischen Rats für Auswärtige Beziehungen (ECFR) vor allem aus Mitgliedern des bewaffneten Arms der Hamas, aber auch anderer teils militanter Gruppen im Gazastreifen zusammen. Die Hamas warf Israel wiederum vor, mit den gezielten Angriffen auf Polizeikräfte und -einrichtungen Chaos in dem Gebiet stiften zu wollen und die Waffenruhe zu brechen.
Bei weiteren Angriffen starb nach palästinensischen Angaben zudem ein Sanitäter im Flüchtlingscamp Nuseirat. Ein Polizist sei zudem seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem israelischen Luftangriff einige Tage zuvor erlitten habe. Bei einem Angriff auf ein Haus in Chan Junis im Süden starben wiederum zwei Menschen, wie Rettungskräfte vor Ort mitteilten.
Trotz der seit Oktober geltenden Waffenruhe greift das israelische Militär beinahe täglich Ziele im Gazastreifen an. Dabei werden nach UN-Angaben weiterhin zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten getötet. Noch immer sei für die Menschen im Gazastreifen kein Ort sicher, teilte das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen zuletzt mit. Laut UN wurden seit Oktober 2025 mehr als 1.100 Palästinenser in Gaza getötet.
