In Berlin hat die diesjährige Großkundgebung zum Christopher Street Day (CSD) begonnen. Der Umzug setzte sich am Mittag zum Marsch durch das Stadtzentrum in Bewegung. Die Organisatoren rechneten mit mehreren Hunderttausend Teilnehmenden. Ihren Angaben zufolge handelt es sich um eine der größten Versammlungen für Vielfalt und Menschenrechte in Europa. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 2.200 Einsatzkräften im Einsatz.
»Queere Menschen stehen weltweit unter mehr Druck«, sagte das Vorstandsmitglied des Berliner CSD, Thomas Hoffmann. Bestehende Rechte würden teils wieder rückabgewickelt, und auch die Hasskriminalität steige an. Mit dem CSD wolle man ein klares Zeichen dagegen setzen und sagen: »Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter. Und zwar so lange, bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben können«, sagte Hoffmann.
Er äußerte sich auch besorgt über die Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September ein neuer Landtag gewählt wird. »Die Positionen dieser Partei sind eindeutig, und die queere Community hat Angst.«
Vom Potsdamer Platz bis zur Siegessäule
Der Demonstrationszug mit dem Motto Haltung ist hot führt unter anderem über den Potsdamer Platz bis zur Siegessäule, danach startet am Brandenburger Tor ein Showprogramm auf acht Bühnen.
Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße zwischen Aktivistinnen und Sicherheitskräften. Der Aufstand gilt als Geburtsstunde der modernen LGBTQI+-Bewegung.
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