
Das Paar heiratete 1988 und vereinte damit zwei traditionsreiche südkoreanische Politik- und Wirtschaftsdynastien, bevor es gemeinsam drei Kinder bekam. Ihre Beziehung begann sich 2015 öffentlich aufzulösen, als Chey offenbarte, dass er ein Kind mit einer anderen Frau hatte. Die Geschichte fesselte die Koreaner, und das Urteil könnte einen Präzedenzfall für die Anerkennung des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines riesigen Wirtschaftsimperiums schaffen, insbesondere in Fällen der Vermögensaufteilung – ein zentrales Argument, das Roh vorbrachte und welches das Gericht berücksichtigte.
Der am Freitag vereinbarte Vergleichsbetrag liegt um fast ein Drittel unter dem Betrag, zu dessen Zahlung Chey im Jahr 2024 von einem untergeordneten Gericht verurteilt worden war. Damals hatte Roh mehr als 40 Prozent von Cheys Anteilen an SK gefordert, was seine Kontrolle über das Unternehmen in Frage gestellt hätte. Später änderte sie ihre Forderung in eine Barzahlung um. Das Gericht erklärte am Freitag, es habe bei seiner Entscheidung den Wert von Cheys Aktienbesitz berücksichtigt. Chey hatte argumentiert, seine Aktien seien geerbt und sollten nicht Teil des Vergleichs sein.
Die Aktien von SK Inc. schlossen nach einem volatilen Handel an der koreanischen Börse mit einem Minus von 3,8 Prozent. Chey hält zwar direkt keine bedeutende Beteiligung an SK Hynix, ist jedoch der größte Aktionär von SK Inc., das SK Square Co. kontrolliert, den größten Anteilseigner des Chipherstellers.
„Am Markt gab es Befürchtungen, dass er gezwungen sein könnte, seine Beteiligung zu verkaufen, doch das Urteil beseitigt einen Großteil der unmittelbaren Risiken“, sagte Jung In Yun, Geschäftsführer bei Fibonacci Asset Management Global in Singapur. Yun erklärte, es sei entscheidend, dass das Gericht Chey erlaube, die Kontrolle über SK Inc. zu behalten und die Dividenden des Unternehmens zur Begleichung des Vergleichs zu verwenden.
Das Urteil hing davon ab, wie koreanische Gerichte den Wert des Beitrags eines Ehepartners zum Aufbau eines der größten Wirtschaftsimperien des Landes bewerten würden. Roh argumentierte, dass die politische Unterstützung ihrer Familie dazu beigetragen habe, dass sich SK von einem mittelständischen Energieunternehmen zu einem der größten Konzerne Südkoreas entwickelt habe.
Der Vergleich könnte einen wichtigen Maßstab dafür setzen, wie Gerichte den Beitrag eines Ehepartners zum Vermögen bewerten, insbesondere in Scheidungsfällen, bei denen familiengeführte Unternehmen und wertvolle Beteiligungen eine Rolle spielen. Das sagte Hae Jin Lim, Partner und Rechtsanwalt bei der DongIn Law Group.
„Streitigkeiten über Unternehmensnachfolge, Scheidung und Erbschaft werden immer häufiger, da sich das Unternehmensumfeld und die Erbschaftssituation in Südkorea weiterentwickeln“, so Lim. „Auch wenn andere Unternehmen möglicherweise nicht mit denselben Umständen konfrontiert sind wie die SK-Gruppe, könnte dieser Fall als Referenz für künftige Streitigkeiten von erheblicher Bedeutung sein.“
