Seit Donnerstag schon führt jeden Abend ein steter Strom an jungen Menschen hoch zum Iwan-Franko-Platz in Kyjiw. Näher kommt man wegen des Krieges nicht heran an das Gebäude im Regierungsviertel, in dem Präsident Wolodymyr Selenskyj arbeitet und lebt. Tausende haben Pappschilder mitgebracht, auf die sie ihre Forderungen geschrieben haben. Am ersten Tag der Proteste Ende drückten sie darauf vor allem ihre Unterstützung für den abgesetzten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow aus. Aber seit dem Wochenende richten sich die meisten Schilder gegen Oleksandr Syrskyj, den ukrainischen Armeechef. »Syrsykj soll gehen«, steht darauf oder »Seien Sie nicht dumm, Herr Präsident, setzen Sie Syrskyj ab«. Weil »Syr« auf Ukrainisch »Käse« bedeutet, ist auf vielen der Plakate nur ein durchgestrichener Käse zu sehen oder Worte wie: »Milchprodukte haben ein Ablaufdatum.«
