Ein Bundesgericht in Kalifornien hat die geplante Übernahme des Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery (WBD) durch den Konkurrenten Paramound Skydance vorübergehend gestoppt. Richterin Aracelí Martínez-Olguín untersagte es den beiden Konzernen für vorerst 14 Tage, das Geschäft abzuschließen. Für den 3. August setzte sie eine Anhörung an.
Gegen die Fusion hatten Kalifornien und elf weitere von Demokraten regierte Bundesstaaten geklagt. Sie argumentieren, dass die Übernahme zu »höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Inhalten« für das Publikum führen werde. Ähnliche Bedenken hatten bereits im April mehr als 1.000 Autoren, Schauspieler und Regisseure angemeldet. In einem offenen Brief warnten sie vor einer Konzentration großer Anteile des Film- und Mediengeschäfts in den Händen weniger mächtiger Unternehmen.
Die Richterin teilte mit, die Bundesstaaten hätten »ernsthafte Fragen« zu den Folgen des Geschäfts für den Wettbewerb aufgeworfen. Zudem machte sie deutlich, dass die Bundesstaaten mit ihrer Klage Erfolg haben könnten.
Paramount-Chef Ellison ist Unterstützer von Donald Trump
Die klagenden Staaten berufen sich auf ein US-Bundesgesetz, das Fusionen untersagt, wenn sie den Wettbewerb erheblich verringern können. Die US-Regierung hatte die Übernahme, die auch den Nachrichtensender CNN umfasst, im Juni ohne Auflagen genehmigt. Das US-Justizministerium erwartet nach eigener Angabe keine Wettbewerbsverzerrung. Das geplante Geschäft hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar (rund 97 Milliarden Euro).
Die Übernahme könnte auch politische Folgen haben. Paramount-Chef David Ellison und dessen Vater, der Milliardär und Gründer des Oracle-Softwarekonzerns, Larry Ellisson, sind Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Kritiker der Fusion fürchten, die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN könne unter der Übernahme leiden. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der Sender, der regelmäßig kritisch über ihn berichtet, ebenfalls von der Fusion umfasst wird.
Dies könnte auch zur Genehmigung der Fusion durch das Justizministerium beigetragen haben. So berichtete der Wall Street Journal, die Übernahme sei von der Führung des Ministeriums durchgewunken worden, ehe die zuständigen Juristen eine Empfehlung dazu hätten abgeben können. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr bereits der Streaming-Anbieter Netflix mit Warner auf einen Kauf von Warners Streaming-Geschäfts verständigt, ehe Paramount ein höheres Gebot für den ganzen Konzern abgab.
