
Im Müritz-Nationalpark kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen den Flächenbrand auf dem Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes. Mittlerweile liegt die Ausdehnung bei etwa 388 Hektar, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Samstag mitteilte.
Gemeldet wurde der Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Rund 370 Feuerwehrleute, Polizisten, Forst-Mitarbeiter und Soldaten seien inzwischen im Einsatz. Das seien mehr als am Vorabend.
Das Feuer habe sich ausgedehnt, weil es bisher nicht geregnet habe, sagte der Sprecher. Ein weiteres Problem sei Wind aus dem Westen, der das Feuer weiter entfache. Der Sprecher geht davon aus, dass sich das Feuer über das Wochenende aufgrund des Windes in Richtung Osten und Südosten ausbreiten könnte.
Bundeswehrhubschrauber sollen bis zum Nachmittag wieder bei den Löscharbeiten unterstützen, sofern es nicht gewittert. Die beiden großen Helikopter vom Typ CH-53 können jeweils bis zu 5.000 Liter Wasser transportieren. Auch ein kleinerer Hubschrauber war in den vergangenen Tagen nach Angaben des Landkreises vor Ort. Inwieweit die Hubschrauber das Löschwasser direkt über den Brandorten ablassen können, war noch fraglich, denn es gilt wegen der Munitionsbelastung ein Sicherheitsabstand von mindestens 1.000 Metern am Boden und auch in der Luft.
Zur Brandbekämpfung wurden Kreisregner, die sonst zur Bewässerung genutzt werden, von anderen Bundesländern angefragt. Viele seien bereits vor Ort eingetroffen, hieß es. Zusagen gab es aus Sachsen und Brandenburg. Auch aus Bayern gab es Unterstützung. Die Einsatzhilfe ist zunächst bis Sonntag geplant.
Der Landkreis bat Urlauber, das Gebiet „weiträumig“ zu meiden
Der Landkreis bat Urlauber, das Gebiet „weiträumig“ zu meiden und Umwege in Kauf zu nehmen. „Unterstützen Sie die Einsatzkräfte, indem Sie die Wege freihalten“, hieß es. Unterdessen wurde die Evakuierung der Ortschaft Granzin mit ihren knapp 400 Einwohnerinnen und Einwohnern temporär aufgehoben – die Notunterkunft bleibt demnach aber einsatzbereit.
Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald – etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche – als munitionsbelastet. Davon entfallen rund 28.400 Hektar auf die höchste Gefährdungskategorie 4, worunter auch panzerbrechende Munition zählt.
Die Einsatzkräfte sollten am Samstag vor allem im östlichen Bereich des Parks arbeiten, da das dortige Gebiet nicht munitionsbelastet ist. Zur Brandursache lagen weiterhin keine Angaben vor.
