Nach der Absage des Auftritts der Musiker Danger Dan und Igor Levit in der Kabarettsendung »Die Anstalt« haben die Moderatoren das ZDF erneut kritisiert. Sie seien »fassungslos«, »wütend« und »ungläubig«, sagten Maike Kühl, Max Uthoff, Claus von Wagner dem Medienmagazin DWDL.
Die ZDF-Intendanz hatte kurzfristig in das Programm der Sendung eingegriffen und die Vorführung des neuen Liedes Danger Dans Keine Angst unterbunden.
»Das war vor allem unprofessionell. Das ZDF hatte lange genug Zeit, sich den Text anzuschauen«, sagte von Wagner dem Magazin. »Weil Keine Angst eine Anleitung zum Widerstand gegen rechtsextreme
Strukturen und Zeilen enthält, die zur Diskussion einladen, wollten wir
genau das machen«, begründete er die ursprüngliche Einladung der Musiker. Ziel sei es gewesen, »im Rahmen des geschützten Raums einer Bühne eine Diskussion führen, wie
weit Kunstfreiheit reicht und wo vielleicht eine Grenze durch die Lyrics
des Songs überschritten wurde«, ergänzte Kühl. »Das alles hat das ZDF nicht gewollt und
den Künstler eigenständig, gegen unseren Protest, wieder ausgeladen.
Alles Weitere kann man in der Sendung selbst sehen.«
Am Donnerstag hatten die beiden Musiker Danger Dan und Igor Levit öffentlich gemacht, dass das ZDF kurzfristig ihren Auftritt in der Anstalt abgesagt hatte. Sie warfen dem ZDF einen »Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit« vor und nannten den Vorgang »skandalös«. Das Team der Anstalt hatte noch am Abend bei Instagram verkündet,
es distanziere sich von der Entscheidung des ZDF. »Wir empfinden die
Entscheidung als mutlos – gerade jetzt, wo rechtsextreme Gewalt wieder
stark zunimmt.«
ZDF bringt Sonderfolge von Aspekte
Das ZDF begründete den Schritt in einem Statement damit, dass Danger Dan in die Sendung sowohl zu einer »Performance seines neuen Liedes ›Keine
Angst‹, das sich mit dem Thema
›Widerstand gegen Rechtsextremismus‹ befasst«, eingeladen worden sei, als
auch für eine »sich daran
anschließende diskursive Befassung damit«. Das ZDF schrieb weiter: »Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu
Gewalt verstanden werden.«
Danger Dan distanzierte sich von diesem Vorwurf: »Ich rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen«, sagte er dem Spiegel. Sein Lied will er verstanden wissen als »Antwort auf die Frage: Wie baut man wirksame Antifa-Strukturen auf?« Er habe das Lied geschrieben, um Menschen zu zeigen, dass sie angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus nicht komplett ohnmächtig seien.
Das ZDF will mit einer Sonderfolge des ZDF-Kulturmagazins Aspekte auf die Kritik reagieren und sich mit dem Song Keine Angst beschäftigen. Das ZDF das Team der Anstalt damit beauftragt, sich mit
dem Lied und dessen Thema Widerstand gegen Rechtsextremismus zu befassen. Für ihre eigene Sendung haben sie angekündigt, dass sie sich »der Leerstelle von Danger Dan und dessen Text stellen« wollen, sagte Kühl dem DWDL. »Wäre schön gewesen, wenn wir das mit dem Künstler gemeinsam hätten machen können«, ergänzte von Wagner.
