Am fünften Jahrestag der regierungskritischen Großdemonstrationen auf Kuba haben die USA die sozialistische Regierung der Insel dazu aufgerufen, grundlegende Reformen umzusetzen. Dies müsse geschehen, »bevor es zu spät ist«, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Eine neue Beziehung zwischen den USA und Kuba sei möglich, wenn der Karibikstaat zu politischen und wirtschaftlichen Reformen zum Wohlstand der Bevölkerung bereit sei.
US-Präsident Donald Trump hat bereits mehrfach mit einer »Übernahme« des Landes mit knapp zehn Millionen Einwohnern gedroht. Seit Januar erhöhte der Republikaner mit Sanktionen und einem Öl-Embargo erheblich den Druck auf die Insel. »Präsident Trump und ich wünschen uns eine bessere Zukunft für Kuba und seine seit Langem leidende Bevölkerung«, sagte Rubio.
USA laut Kuba verantwortlich für schwere Wirtschaftskrise
Am 11. Juli 2021 hatte es auf Kuba Massenproteste gegeben. Laut Rubio gingen damals Tausende Menschen auf die Straßen, um nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Misswirtschaft einen Wandel zu fordern. Die kommunistische Regierung habe mit Brutalität reagiert – Tausende Menschen seien festgenommen worden, sagte Rubio. Hunderte von ihnen seien immer noch in Haft.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit dem Sieg der Revolution 1959, die Fidel Castro angeführt hatte, konfliktbeladen. Vor mehr als 60 Jahren verhängte Washington ein Handelsembargo gegen Kuba, das noch immer in Kraft ist. Seit Dezember erhält das Land kein Öl mehr aus Venezuela, nachdem Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen Bruderstaat angeordnet hatte. Regelmäßig fällt wegen der Energieknappheit in dem Inselstaat weitflächig der Strom aus. Die Regierung in Kuba macht die USA für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich.
