Nach wochenlangen Mutmaßungen und mehreren Pannen hat am Freitagnachmittag eine versöhnliche Begegnung von König Charles III. und seinem zweitgeborenen Sohn Harry mit dessen Familie stattgefunden. Der Buckingham Palast bestätigte am Freitagabend, dass der König und die Königin die Familie des Herzogspaars von Sussex in Highgrove House bewirtet hatten.
Highgrove ist der private Landsitz des Königs in Gloucestershire. Es war das erste Wiedersehen des Königs mit seinen Enkeln Archie (7 Jahre) und Lilibet (5 Jahre) nach fast vier Jahren. Zuvor hatte Prinz Harry am Freitag in Birmingham Wohltätigkeitstermine ohne seine Gattin Meghan wahrgenommen. Er wurde mit Jubel bei einem Sportereignis willkommen geheißen, das den Invictus-Wettkämpfen gewidmet war. Harry hat diese Wettkämpfe für versehrte Soldaten vor Jahren selbst ins Leben gerufen und zählt als Schirmherr weiterhin zu ihren Unterstützern.
Er nahm selbst an einem Schauwettkampf in Sportarten wie Rollstuhl-Rugby und Pickleball teil, einer Kombination aus Tennis, Tischtennis und Federball. Harry sagte am Freitag im Frühstücksfernsehen, die Invictus-Spiele hätten zum Ziel, „Widerstände zu überwinden“.

Am Donnerstag hatte Harry in Birmingham schon einen Wohltätigkeitsbesuch in einem Kinderkrankenhaus gemacht. Ursprünglich hatte der jüngere Sohn von König Charles III., der seit 2020 mit seiner amerikanischen Frau in Kalifornien lebt, den gesamten Besuch in Großbritannien gemeinsam mit ihr und den Kindern Archie und Lilibet unternehmen wollen.
Kein Personenschutz rund um die Uhr
Dann änderte Prinz Harry die Pläne wieder, nachdem sich herausstellte, dass die britische Polizei nicht bereit war, rund um die Uhr Personenschutz für das Herzogspaar aufzubieten. Außerdem erfuhr Harry kurz vor seiner Ankunft, dass ein Angebot des Königs, ihm im Buckingham Palace Unterkunft zu bieten, nicht aufrechterhalten worden war. Der königliche Haushalt gab an, Harry habe nie eine offizielle Zusage für den Aufenthalt im Palast gemacht, daher habe man dafür keine Vorbereitungen treffen können. Eine Unterbringung der gesamten Herzogsfamilie in der königlichen Residenz hätte den Vorteil geboten, dass eine Begegnung von Charles III. mit seinem Sohn und seinen Enkeln umstandslos hätte stattfinden können.
Stattdessen existierten dann wochenlang vielfältige Mutmaßungen in britischen Medien, ob Meghan und die beiden Kinder überhaupt noch nach Großbritannien reisen würden und ob ein Treffen der Familie mit dem König weiterhin beabsichtigt sei. Zu den schlechten Nachrichten, die Harry während seines einwöchigen Aufenthaltes in Großbritannien ereilten, zählte überdies das Urteil in einem Prozess gegen den Zeitungsverlag der Daily Mail, den er mit weiteren prominenten Briten angestrengt hatte, um unlautere Recherchemethoden des Blattes anzuprangern. Während der Herzog in früheren Verfahren erfolgreich gegen die Verlage des Mirror und der Sun vorgegangen war, wies der Richter in diesem Fall die Klage ab.
