Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 27/2026
Wie viele verschiedene Hausärzte, Frauenärztinnen, Dermatologen sie über die Jahre aufgesucht hat? Nadine Schunke hat den Überblick verloren. Die Antworten auf ihre Fragen waren stets ähnlich. »Essen Sie weniger« war eine. Die andere kam in Form eines babyrosa Blisters mit 28 Tabletten daher, die Antibabypille. Beides half ihr nicht.
Wenn Nadine Schunke von ihrer Krankheit spricht, die sie erst mit 31 diagnostiziert bekam, sagt sie nicht »ich«, sondern »man«. So, als wolle sie betonen, nicht die Einzige zu sein: Nadine Schunke leidet an der häufigsten hormonellen Störung von Frauen überhaupt, an PCOS, dem polyzystischen Ovarialsyndrom, wie die Krankheit bislang hieß. Nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter daran, so auch in Deutschland. Schätzungen zufolge wissen weltweit zwei Drittel der Betroffenen nichts von der Erkrankung. Nun wird sie umbenannt, aus PCOS wird PMOS, kurz für polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom.
