
Lange Fahrten gehören für viele Familien zu den Sommerferien dazu. Wer mit Kindern in den Urlaub fährt, weiß, wie lang sich zwei, drei oder mehr Stunden im Auto oder Zug anfühlen können. Irgendwann ist die Spannung weg, und die Frage „Sind wir bald da?“ taucht im Minutentakt auf. Genau dann hilft es, wenn die Familie nicht nur nebeneinandersitzt, sondern etwas gemeinsam tut.
Schon der Blick aus dem Fenster kann zum Spiel werden. Kennzeichen-Bingo lässt sich leicht vorbereiten. Zu Hause zeichnet jeder ein kleines Raster auf ein Blatt und trägt dort Autokennzeichen ein, die man auf der Strecke sehen könnte. Auf der Fahrt dürfen alle nach draußen schauen. Taucht ein passendes Nummernschild auf, wird das Feld durchgestrichen. Wer zuerst eine Reihe voll hat, gewinnt.
Eine andere Variante des Spiels ist das Landschafts-Bingo. Auf einer Liste stehen Dinge, die unterwegs vorkommen können. Zum Beispiel ein gelbes Auto, ein Pferd auf der Wiese, ein Motorrad, Räder auf einem Gepäckträger oder ein Wohnmobil. Kinder haken ab, was sie entdecken. Manchmal kommt alles schneller, als man denkt, manchmal dauert es länger. So wird aus der Landschaft vor dem Fenster ein Suchbild.
Wenn die Augen müde werden, kann man eine improvisierte Erzählrunde starten. Eine Person beginnt mit einem Satz, zum Beispiel: „Heute Morgen stand plötzlich ein Koffer vor unserer Haustür.“ Die nächste Person fügt einen Satz hinzu. So entsteht gemeinsam eine Geschichte, die sich in jede Richtung entwickeln kann. Beliebt ist auch „Wer bin ich?“. Dafür überlegen sich die Erwachsenen zu Hause oder unterwegs Namen von Tieren, Figuren oder Personen, die die Kinder kennen. Im Auto kleben sie einen Zettel auf die Stirn der mitspielenden Person, ohne dass sie den Namen sieht. Dann geht es los mit Fragen, auf die man mit Ja oder Nein antworten kann. „Bin ich ein Tier?“, „Komme ich im Fernsehen vor?“. So entwickelt sich ein lustiges Ratespiel.
Für ältere Kinder und Jugendliche darf es kniffliger sein. Das Imposter-Spiel lebt davon, dass eine Person ein Geheimnis hat. Bis auf eine bekommen alle Mitspieler ein Wort, zum Beispiel „Eis“. Nacheinander sagen alle je ein Wort, das dazu passen könnte. „Sommer“, „Kühlschrank“, „Waffel“. Dabei muss stets darauf geachtet werden, dem Imposter nicht zu auffällige Tipps zu geben. Wer das ursprüngliche Wort kennt, versucht, unauffällig zu bleiben. Der Imposter kennt das Wort nicht und muss sich in die Gruppe einfügen. Nach ein paar Runden wird darüber gesprochen, wessen Hinweise verdächtig wirken. Es geht weniger darum, „richtig“ zu liegen, sondern darum, gut zu bluffen und aufmerksam zuzuhören.
Mind Meld ist eine weitere Alternative. Zwei Personen zählen laut „eins, zwei, drei“ und sagen gleichzeitig irgendein Wort. Beim nächsten Versuch denken beide an einen Begriff, der zwischen diesen beiden liegt. Wieder wird gezählt, wieder wird gleichzeitig gesprochen. Ziel ist es, irgendwann dasselbe Wort zu treffen. Das klingt einfach, sorgt aber häufig für Gelächter, wenn die Gedanken doch weiter auseinanderliegen als gedacht.
Auch ruhigere Beschäftigungen können eine Fahrt begleiten. Hörspiele und Hörbücher eignen sich, wenn man einfach mal abschalten möchte. Dabei kann es auch interessant sein, das Hörbuch zwischendurch anzuhalten und zu fragen, wie es weitergehen könnte oder wer wohl die entscheidende Figur ist. So bleibt die Familie im Gespräch.
Mit Musik kann die Stimmung aufgelockert werden. Eine Person kann für eine bestimmte Zeit die Rolle des DJ übernehmen und Musikwünsche sammeln. Danach ist jemand anders dran. So kommen Kinderlieder, aktuelle Lieblingssongs und vielleicht ein altes Lieblingsstück der Eltern nacheinander. Wer möchte, macht daraus ein kleines Ratespiel. Ein paar Sekunden eines Liedes werden abgespielt. Dann versuchen alle, den Titel zu erraten. Wenn niemand darauf kommt, darf das Stück länger laufen. Auf diese Weise entsteht auf der Fahrt nicht nur Hintergrundmusik, sondern ein gemeinsames Programm.
