Der Mond hängt mit letzter Kraft über dem Erfurter Domplatz, als gegen 4.30 aus den Gassen zahlreiche Menschen in eine Richtung strömen. Sie sind früh aufgestanden für den Tag, auf den sie sich monatelang vorbereitet haben. Viele tragen gelbe Neonwesten, manche sind auch ganz in schwarz, andere vermummt. Das linke Aktionsbündnis Widersetzen hat aufgerufen nach Erfurt zu kommen – und Tausende sind dem Ruf gefolgt.
Ziel ist zunächst der Gothaer Platz, ein Verkehrsknotenpunkt am Fuße des Messegeländes. Von dort geht es zur Autobahn und von dort in die Welt. Doch die Demonstrierenden wollen bleiben, wo sie sind, und zwar für die nächsten Stunden, wenn nötig sogar für den ganzen Tag. Sie wollen Zufahrtsstraße blockieren und so den AfD-Parteitag verhindern, der ab 10 Uhr in der Messe statfindet.
