Der Mann, der einen der erfolgreichsten Podcasts Deutschlands macht, sitzt beim Italiener in Köln und isst den gleichen Salat wie jeden Tag: Thunfisch, Shrimps, Dressing. Die Osteria liegt zwischen dem Fitnessstudio, in dem er abends trainiert, und dem Studio, in dem Benjamin Berndt wöchentlich vier Folgen seines Podcasts ungeskriptet aufnimmt. Sein Jahresumsatz ist siebenstellig. Vor dem Studio parkt sein goldener Geländewagen von Lamborghini.
Am Nachmittag will er mit Kai Diekmann sprechen, Medienunternehmer und Ex-Bild-Chef. Vormittags hat er »Milliarden-Mike« interviewt, Deutschlands bekanntesten Hochstapler, verurteilt wegen zahlreicher Vermögensdelikte. Berndt spricht mit Islamisten, Politikern, Mördern, Unternehmern, Extremisten, darunter prominente Personen: Arafat Abou-Chaker, Harald Martenstein, Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht oder Ricarda Lang. Warum alle zu ihm in sein kleines Studio in Köln-Lindenthal kommen? Erstens: Ben Berndt will kein Journalist sein, keiner, der zu kritisch nachfragt. Zweitens: Man fühlt sich wohl, duzt sich, isst gemeinsam, Berndt lädt ein.
