Kurz vor den Feiern zum 250-jährigen Bestehen der
Vereinigten Staaten hat eine Hitzewelle Teile der USA erfasst. In der
Landesmitte und in Ostküsten-Metropolen wie New York und Philadelphia erwarteten
Meteorologen ab Donnerstag Temperaturen von über 100 Grad Fahrenheit (38 Grad
Celsius). Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) dürfte die gefühlte
Temperatur durch die hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 46 Grad Celsius erreichen.
Experten zufolge leben in den von der Hitzewelle betroffenen
Landesteilen mehr als 100 Millionen Menschen. Der Wetterdienst warnte vor
»ungewöhnlich starker Hitze« mit nahezu keiner nächtlichen Abkühlung.
Dies betreffe besonders Menschen, die keine Klimaanlagen hätten und nicht
ausreichend trinken könnten.
Klimaanlagen in den USA ungleichmäßig verbreitet
Nach US-Zensusangaben haben zwar durchschnittlich
neun von zehn Haushalten eine Klimaanlage, doch diese sind mit hohem Stromverbrauch
und entsprechenden Kosten verbunden. In vielen ärmeren Gemeinden fehlt daher diese
Möglichkeit zur Abkühlung. In Städten wie New York und Chicago könnten die Klimaanlagen
zudem das Stromnetz überlasten.
Im New Yorker Central Park stiegen die Temperaturen bereits am Donnerstagmittag erstmals seit 14 Jahren auf 100 Grad Fahrenheit. Die Stadtverwaltung in New York hat Bibliotheken und andere
öffentliche Einrichtungen zu Abkühlräumen erklärt und damit Hunderte Gebäude
als Kühlzentren ausgewiesen. Zudem verlängerte sie die Öffnungszeiten der
öffentlichen Schwimmbäder und entsandte Freiwillige, um gefährdete Bewohner zu
besuchen. Im Freien sollen Sprühventilatoren vor der Hitze schützen und
gesonderte Kühlstationen Abhilfe für all jene schaffen, die draußen arbeiten
müssen.
Trump will trotz Hitze Rede im Freien halten
Die extreme Hitze fällt mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zum
250-jährigen Bestehen der USA und der Fußballweltmeisterschaft zusammen. Im
kanadischen Toronto sagten die Behörden wegen der Hitze eine
Public-Viewing-Veranstaltung ab. US-Präsident Donald Trump hat für Samstag eine
Rede im Freien in Washington, D. C. angekündigt. Am Vorabend will Trump eine Ansprache am
Nationaldenkmal Mount Rushmore im Bundesstaat South Dakota halten.
Die USA verzeichneten in diesem Jahr bereits mehrere
Hitzewellen. Die erste erfasste ungewöhnlich früh Mitte März südliche
Bundesstaaten wie Kalifornien, Nevada und Arizona und betraf rund 40 Millionen
Menschen. Wissenschaftler bringen die ungewöhnlich hohen Temperaturen in
Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel. Trump bezeichnet die
wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel hingegen als den »größten
Betrug aller Zeiten«.
