
Fast eine Woche nach dem Einschlag eines Leichtflugzeugs in das höchste Gebäude Pekings haben die chinesischen Behörden mehr über die Identität des Piloten bekannt gegeben. Er war am vergangenen Freitag bei dem Einschlag in den Citic Tower ums Leben gekommen. Der Mann litt demnach unter chronischer „Schlaflosigkeit und Angst“ und unter Suizidgedanken.
Der 66 Jahre alte Mann mit dem Nachnamen Liu war demnach geschieden und lebte allein. In seinem Tagebuch habe die Polizei „wiederholte Andeutungen“ auf Suizid gefunden. Durch den Einschlag des Flugzeugs wurden zudem dreizehn weitere Menschen verletzt. Diese befinden sich der Mitteilung zufolge außer Lebensgefahr.
Liu habe seine erste Sportfluglizenz 2021 sowie 2024 zusätzlich eine Privatpilotenlizenz erworben, hieß es in der Mitteilung des betroffenen Pekinger Bezirksamts von Chaoyang. Am Nachmittag des Unfalltages sei Liu mit seinem einmotorigen Flugzeug Aurora SA 60L von einem Flugfeld im Außenbezirk Pinggu gestartet. Zunächst sei Liu als Teil einer Formation mit anderen Flugzeugen geflogen, bis er sich dann von der Gruppe absetzte und auf einer anderen Route allein weiterflog.
„Vom festgelegten Fluggebiet abgewichen“
„Während des Alleinflugs wich er vom festgelegten Fluggebiet ab, und der Kontakt zum Flugplatz riss ab“, hieß es nun. „Anschließend prallte er gegen ein Hochhaus und starb noch am Unfallort.“ Den Namen des 109 Stockwerke hohen Citic Tower, der nach seiner Form eines rituellen historischen Trinkgefäßes auch als „China Zun“ bekannt ist, nannten die Behörden damit auch weiterhin nicht.
Flugroute und Einschlagsort werfen in Peking schwerwiegende Sicherheitsfragen auf. Dabei handelt es sich um einen der sensibelsten Lufträume Chinas. Der Wolkenkratzer befindet sich nur wenige Kilometer von der Zentrale der Kommunistischen Partei und weiteren Gebäuden des Machtapparats entfernt.
Beim unbefugten Einflug ins Zentrum der Hauptstadt sei das Leichtflugzeug nur knapp einer Kollision mit einem im Landeanflug befindlichen Verkehrsflugzeug der Airline Hainan entgangen, berichtete die in Singapur erscheinende Zeitung „Straits Times“.
Der Sportflugplatz in Pinggu befindet sich knapp siebzig Kilometer nordöstlich der Pekinger Innenstadt. Übereinstimmenden Berichten zufolge wurden Sportfluganbieter in ganz China dazu angehalten, den Betrieb von Leichtflugzeugen bis auf Weiteres einzustellen.
