Das neue Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus
dem Meer in Rostock hat seine Arbeit
aufgenommen. Das Kompetenzzentrum soll die Bergung der Munitionsaltlasten aus deutschen Meeren
vorantreiben und den Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen
sowie Bund und Küstenländern erleichtern, wie das Bundesumweltministerium mitteilte.
Das Zentrum soll die Bergung von insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition in deutschen Hoheitsgewässern fördern. Der Großteil der Altlasten wurde dort nach dem Zweiten Weltkrieg versenkt. Die Altlasten stellen eine mögliche Gefahr für die Meeresumwelt, aber auch für den Menschen dar. Denn mit der Zeit, durch das Salz im Wasser und die Bewegungen des Meeres, werden die Metallhülsen der Munition zersetzt. So gelangen Schwermetalle wie Blei und Quecksilber, aber vor allem auch Trinitrotoluol, also TNT, und andere
sprengstofftypische Verbindungen, ins Wasser und ins Sediment.
Gefahr für Mensch und Umwelt
Diese Stoffe erzeugen teils Krebs und können das
Erbgut schädigen. Laut Bundesumweltministerium reichern sie sich in Muscheln und Fischen an. So gefährdeten sie nicht nur die Meeresumwelt, sie könnten auch in die
menschliche Nahrungskette gelangen. Höhere Temperaturen und mehr Wasserbewegungen können den Verfall der Munition zudem beschleunigen.
Als weitere Maßnahme zur Bergung und Entsorgung
von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee ist zudem der Einsatz einer schwimmenden Industrieplattform geplant. Sie soll nach Angaben des Umweltministerium
ab Mitte 2028 eingesetzt werden. Die Bundesregierung unterstützt die Bergung mit
100 Millionen Euro. Die Bergung von Altmunition ist zudem
Teil eines »Aktionsplans Meer« des Umweltministeriums.
Zustand von Nord- und Ostsee »schlecht«
In dem Papier zum »Aktionsplans Meer« wird der Zustand
der Nord- und Ostsee ist als »schlecht« beschrieben. Fischbestände wie Hering
oder Dorsch seien eingebrochen und könnten kaum noch befischt werden. Für die Ostsee seien flächendeckende Nährstoffeinträge, unter anderem aus Landwirtschaft und
Industrie, ein Problem.
Auch durch den Klimawandel verschlechtere sich der Zustand der Meere, heißt
es in dem Papier. Dieser entziehe den Meeren unter anderem Sauerstoff. Dadurch
würden Artenvielfalt und Lebensräume stark beeinträchtigt und in Teilen
unwiederbringlich zerstört. Zum Schutz des deutschen Meere sieht der »Aktionsplans
Meer« neben Maßnahmen zur Bergung von Munition auch Sammel- und
Entsorgungsstrukturen in Häfen für sogenannte Geisternetzen vor. Sie wurden
zurückgelassen und trieben durchs Meer, wo sie zur Gefahr für die Umwelt
werden.
