Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer gründet eine eigenständige Tochtergesellschaft für das Glyphosatgeschäft. Ruveon soll auf die Anforderungen des US-Markts reagieren.
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Der Pharma- und Agrarkonzern
Bayer bündelt sein US-Geschäft mit dem weit
verbreiteten und umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in
einer eigenständigen Tochtergesellschaft. Die neue Gesellschaft
werde den Namen Ruveon tragen, teilte der Leverkusener Konzern
am Mittwoch mit. Ziel sei es, das Geschäft optimal auf die
spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten. Ruveon
werde von St. Louis aus alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts
verantworten, von der Preisgestaltung bis zur Produktion, bleibe
jedoch Teil des Bayer-Konzerns.
Die Ausgliederung ist Teil eines im vergangenen Jahr
vorgestellten Fünfjahresprogramms für die Agrarsparte Crop
Science. Als eigenständige Einheit könne Ruveon agiler handeln
und damit besser auf die Wettbewerbsdynamik in dem von
Nachahmerprodukten geprägten US-Markt reagieren, hieß es weiter.
»Der heutige Schritt ist ein wichtiger Meilenstein in der
Umsetzung unseres Fünfjahresprogramms«, sagte Brian Naber,
Leiter von Crop Science für Nordamerika. »Mit dem Start von
Ruveon bekräftigen wir unser Engagement im Glyphosatmarkt.« Die
neue Gesellschaft wird von Alfonso Alba Ordonez geleitet.
Bayer hat sich mit der milliardenschweren Übernahme des
US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2018 eine Klagewelle in den
USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger
Unkrautvernichter wie Roundup eingehandelt. Der Konzern weist
die Vorwürfe zurück, hat jedoch bereits Rückstellungen in
Milliardenhöhe für Vergleiche und künftige Fälle gebildet. Die
Rechtsstreitigkeiten belasten seit Jahren den Aktienkurs des
Unternehmens schwer.
