DIE ZEIT: Herr Dullien, bislang finanzieren die Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen die Rente der Ruheständler. Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, einen Teil dieser Beiträge am Kapitalmarkt anzulegen. Ist das eine gute Idee?

Sebastian Dullien: Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, die Rente um ein Element der Kapitaldeckung zu ergänzen. Die Frage ist, wie man das macht. Nach meinem Verständnis schlägt die Kommission vor, dass der Beitragssatz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um insgesamt zwei Prozentpunkte zusätzlich steigt und der so eingesammelte Betrag in eine kapitalgedeckte Vorsorge fließt. Das auf diese Weise eingesammelte Geld soll dann international angelegt werden. So wird der Wirtschaft in einer ohnehin kritischen Lage Kaufkraft entzogen. Wir gehen davon aus, dass das das Wachstum dämpft und Arbeitsplätze kostet.