Luigi Cavallari, der Ehemann von Italiens Familien- und Frauenministerin Eugenia Maria Roccella, ist am Wochenende bei einem Badeunfall offenbar ertrunken. Die 72 Jahre alte Ministerin und ihr 84 Jahre alter Ehemann waren am Samstagnachmittag mit einem kleinen Boot auf dem Lago di Vico etwa 70 Kilometer nordwestlich von Rom unterwegs. Um sich abzukühlen, sprang Cavallari ins Wasser. Er tauchte kurz noch einmal auf, dann ging er unter. Die sofort eingeleitete Suche nach ihm verlief bis zum Montagnachmittag erfolglos. Die genauen Umstände des Vorfalls werden von den Behörden untersucht.
Die Suche nach dem Vermissten gestaltet sich nach Angaben des Vizepräfekts der Provinz Viterbo, Andrea Nino Caputo, außerordentlich schwierig. Die Sicht sei bereits unmittelbar unter der Wasseroberfläche sehr schlecht, mit zunehmender Tiefe sei faktisch nichts mehr zu sehen, sagte Caputo gegenüber Journalisten. „Wir tun alles, was möglich ist.“ Die Rettungskräfte suchen seit Sonntag mit Unterwasserdrohnen, die mit Kameras und Sonarsystemen ausgestattet sind, den See systematisch nach dem Vermissten ab.

Roccella gehört zur rechtskonservativen Partei Brüder Italiens von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und sieht sich wegen ihrer konservativen Haltung beim Lebensschutz und in der Familien- und Frauenpolitik oft scharfer Kritik von Feministinnen und LQBTQ-Aktivisten ausgesetzt. Meloni reagierte empört auf negative und hasserfüllte Kommentare in den sozialen Medien nach der mutmaßlichen Tragödie im Hause Cavallari-Roccella.
Die Eheleute haben zwei gemeinsame Kinder und hatten im März goldene Hochzeit gefeiert. „Es gibt eine Grenze“, schrieb Meloni auf der Plattform X, „die niemals überschritten werden darf, und das ist der Respekt vor menschlichem Leid.“ Wenn man einen Menschen und seine Familie in einem so dramatischen Moment angreife, sei das kein politischer Konflikt mehr, „sondern ein Ausdruck moralischen Elends“.
