
Es ist längst Wirklichkeit: Deutschland und die Niederlande sind nicht nur alte Nachbarn. Sie stehen auch Seite an Seite in gemeinsamen Verbänden in der NATO. Ihre Polizeikräfte haben auch jenseits der eigenen Grenze Befugnisse – etwa bei der Verfolgung von Tatverdächtigen.
Diese besondere Beziehung soll nun weiter ausgebaut werden. Durch gemeinsame Einsätze von Spezialkräften gegen organisierte Kriminelle.
Diese Entwicklung ist alles andere als trivial. Sie setzt großes Vertrauen voraus. Denn hier geht es im Ernstfall auch um tödlichen Schusswaffengebrauch, also den stärksten staatlichen Eingriff. Und der bliebe dann eben nicht mehr dem eigenen Staat vorbehalten.
Das Bewusstsein einer gemeinsamen Wellenlänge
Das sollte nicht suggerieren, dass Deutschland und die Niederlande als EU-Nachbarn schon wie unter einem Dach leben. Es gibt weiterhin viel Unkenntnis, Vorbehalte, nationale Traumata. Aber eben auch viel Austausch und gesunden Pragmatismus. Das befördert das Bewusstsein einer gemeinsamen Wellenlänge, einer auch kulturellen Nachbarschaft.
Was naheliegend klingt, gilt bei Weitem nicht für alle EU-Staaten. Und deshalb ist auch dieser Vorstoß vorbildhaft: Deutsche und Niederländer bleiben Deutsche und Niederländer – aber sie schließen sich, wo es nötig ist, auch da zusammen, wo es ans Eingemachte geht.
