
Das von Stadt und Land am Freitag vorgestellte „Sofortprogramm“ für das Frankfurter Bahnhofsviertel hat bei Parteien und den im Quartier tätigen Akteuren weitgehend Unterstützung gefunden. Der designierte Ordnungsdezernent Martin-Benedikt Schäfer (CDU), in dessen Zuständigkeit künftig einige der Punkte fallen, sagte, die nun vorgestellten Maßnahmen „setzen an den richtigen Stellen an“.
Besonders die geplante neue Polizeiwache, die angekündigte Verbesserung der Baustellensituation sowie die weitere Förderung der Suchtprävention seien wichtige Signale. Das Bahnhofsviertel befinde sich seit langer Zeit in einer schwierigen Lage, so Schäfer. „Offener Drogenkonsum, organisierter Drogenhandel, Verwahrlosung und ein dramatisch wachsendes Unsicherheitsgefühl belasten Anwohner, Gewerbetreibende, Beschäftigte und Besucher gleichermaßen. Gleichzeitig brauchen suchtkranke Menschen wirksame Hilfe.“ Dazu gehöre auch ein Ausbau sogenannter Housing-First-Ansätze, um die Verringerung von Wohnungslosigkeit im Bahnhofsviertel zu reduzieren.
„Schon viele schöne Versprechungen gehört“
Zufrieden zeigte sich auch die Eigentümerinitiative Bahnhofsviertel. Auch sie wertete das Sofortprogramm als „längst überfälligen Schritt“. Allerdings habe man in den vergangenen Jahren „schon viele schöne Versprechungen“ zur Kenntnis genommen, sagte ein Sprecher. Entscheidend werde nun sein, dass die Maßnahmen sichtbar im Quartier verankert würden. Zudem bedürfe es einer besseren Abstimmung mit den Gastronomen, den Eigentümern, der Hotellerie und den rund 2000 im Bahnhofsviertel ansässigen Unternehmen, um die Attraktivität des Viertels langfristig wiederherzustellen. „Sicherheit, Sauberkeit und die Stabilisierung der Drogenszene auf einem Niveau, das die Sozialträger nicht länger überfordert, müssen Hand in Hand gehen.“ Bei der Suche für die geplante Polizeiwache will die Eigentümerinitiative Stadt und Land unterstützen.
Der Vorsitzende des für das Bahnhofsviertel zuständigen Regionalrats, Arno Börtzler, sagte, er würde sich wünschen, dass die politische Ebene stärker auch „die Menschen einbindet, die in dem Viertel wohnen und sich dort seit vielen Jahren engagieren“. Diese Menschen brächten Sichtweisen mit, die die nun vorgestellten Punkte sinnvoll ergänzen könnten. Zudem müsse „noch klarer definiert werden, wie den Menschen geholfen werden kann“, sowohl den Drogenkranken auf der Straße als auch den Gewerbetreibenden und Anwohnern. Zudem müsse sich die Stadt der starken Vermüllung in dem Viertel noch stärker widmen. Das sei nach wie vor ein großes Problem.
