Nach den jüngsten ukrainischen Angriffen haben die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim
den Ausnahmezustand ausgerufen. »Es ist eine Entscheidung getroffen
worden … Dekrete zu unterzeichnen, mit denen der Ausnahmezustand auf
regionaler Ebene in der Republik Krim und
der Stadt Sewastopol erklärt wird«, teilte der von Russland eingesetzte
Gouverneur, Sergej Aksjonow, im Onlinedienst Telegram mit.
Der Ausnahmezustand ermögliche es, »Fragen im
Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung des Betriebs aller wesentlichen
Sektoren mit größtmöglicher Schnelligkeit zu regeln«, schrieb Aksjonow.
Der Schritt soll die Freigabe weiterer Mittel ermöglichen und sieht
theoretisch auch die Möglichkeit vor, Beschränkungen für die Bevölkerung
vor Ort zu verhängen.
Russland schaltet Strom ab
Am Vortag hatte Aksjonow Stromabschaltungen auf
der Halbinsel angekündigt, um den durch ukrainische Angriffe
verursachten Engpässen entgegenzuwirken. Aksjonow teilte mit, die Krim stehe vor einer
»schwierigen Zeit«, die Treibstoffsituation sei am schwierigsten. »Ich
kann weder genau sagen, wie lange es dauern wird, noch kann ich den
konkreten Aktionsplan öffentlich bekanntgeben. Wir ergreifen jedoch
Maßnahmen«, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur mit.
Die Ukraine greift seit Mai Infrastruktur und Tanklaster an, welche die Krim
versorgen. Ziel ist es, Energieengpässe zu verursachen. Aksjonow teilte weiter mit, die russische Armee sei nicht in der Lage, die Angriffe auf die Halbinsel
vollständig abzuwehren. »Leider … gibt es keine Luftabwehrsysteme auf
der Welt, die hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit absolut perfekt
sind.«
In der Nacht zum Freitag schoss die russische
Luftabwehr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 660
ukrainische Drohnen ab, die unter anderem Ziele auf die Krim und in der Region Moskau ansteuerten. Am Sonntag war auf der Krim infolge der ukrainischen Attacken der Verkauf von Treibstoff eingestellt worden. Russland hatte die Halbinsel 2014 annektiert.
