Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant, die Suizidprävention bundesweit zu stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf. Darin vorgesehen ist demnach unter anderem die Schaffung einer »Bundesfachstelle für Suizidprävention«, die ein Konzept für eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer entwickeln soll. Eine solche Nummer forderten zuletzt mehrere Verbände in einer gemeinsamen Erklärung.
Wie
das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, wurde die
regierungsinterne Ressortabstimmung eingeleitet. Ziel des Gesetzes sei es, die
Prävention von Suizidversuchen und Suiziden zu verbessern, wie es im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart wurde. Über den Gesetzesentwurf hatte zuerst die Rheinische Post berichtet.
Im Gesetz seien auch zusätzliche Maßnahmen zur
Information, Aufklärung, Forschung und Unterstützung vorgesehen, hieß es. Zudem sollten die
Länder auf einen flächendeckenden, bedarfsgerechten Ausbau der
Krisendienste hinwirken. Entwickelt werden sollen auch Maßnahmen »zur
Restriktion der Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln«.
Verbände fordern zuverlässige Regelung
Es dürfe in
Deutschland nicht vom Wohnort oder vom Zufall abhängen, ob »Menschen in suizidalen Krisen schnell qualifizierte Unterstützung finden«, sagte Barbara Schneider vom Nationalen Suizidpräventionsprogramm (Naspro). Es müsse eine Rufnummer zur Verfügung stehen, um Menschen mit »Suizidgedanken, An- und Zugehörige, Hinterbliebene nach Suizid sowie beruflich oder ehrenamtlich mit Suizidalität konfrontierte Personen« zu erreichen.
Die bundesweit einheitliche Rufnummer zur Suizidprävention müsse »gesetzlich verankert und dauerhaft finanziert« sein, forderten Verbände. Auch das Bündnis, an dem unter anderem die
Telefonseelsorge, die Malteser, der Deutscher Hospiz- und
Palliativverband, die Caritas und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) beteiligt sind, forderte die Einrichtung einer zentralen Fachstelle für Suizidprävention.
In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums jährlich rund 10.000 Suizid-Fälle.
Hinzu kommt demnach eine statistisch nicht erfasste Dunkelziffer. Es
sterben damit in Deutschland jährlich mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen und HIV zusammen.