
Schulkinder und Dorfbewohner im Hochtaunuskreis sollen in knapp einem halben Jahr öfter und angenehmer Bus fahren können als bisher. Auch Fahrradfahrer, die auf den Großen Feldberg wollen, sollen von dem neuen Buskonzept profitieren, das der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) am Donnerstag in Bad Homburg vorgestellt hat. Die Zeiten und Strecken gelten vom 13. Dezember an, wenn im gesamten Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) der Fahrplan wechselt. Dann werden im Hochtaunus nach und nach auch neue Fahrzeuge eingesetzt.
Zu den wichtigsten Verbesserungen zählt laut VHT eine durchgehende Verbindung von Grävenwiesbach, der nördlichsten Gemeinde des Kreises, in die Kreisstadt Bad Homburg. Überhaupt soll der ländliche Raum besser angebunden werden, wie Landrat Ulrich Krebs sagte. Der CDU-Politiker ist der Vorsitzende des kommunalen Zweckverbands, dessen Mitglieder der Kreis und seine 13 Städte und Gemeinden sind.
Die Einwohner von Seelenberg, einem Ortsteil von Schmitten, sollen künftig stündlich in einen Bus steigen können statt nur alle zwei Stunden. Dasselbe gilt für die Leute in den Weilroder Ortsteilen Finsternthal, Riedelbach und Niederlauken. An Schultagen sollen auf gefragten Strecken mehr Busse fahren. So steigt das Angebot zwischen Königstein und dem Stadtteil Mammolshain laut VHT um 44 Prozent und zwischen Glashütten-Oberems und Königstein um ein Drittel.
Drei neue Elektrobusse
Bisher nimmt der Bus 57 zum Großen Feldberg so viele Fahrräder mit, wie auf die Freifläche passen. Von März bis Oktober können künftig fünf weitere Räder auf einem Fahrradträger hinten am Bus mitgenommen werden, davon bis zu drei E-Bikes. Zudem soll die Linie am Wochenende stündlich ab Bad Homburg fahren. Unter der Woche fährt der Bus zum Feldberg ab Oberursel-Hohemark.
Von 2027 an wird der VHT zudem die Stadtbusse in Oberursel betreiben. Bisher hat die Stadt das selbst übernommen, so wie auch Friedrichsdorf und Kronberg es handhaben. Bad Homburg ist als Sonderstatusstadt ohnehin zu dieser Aufgabe verpflichtet. Die Haltestellen in den übrigen Städten und Gemeinden sind in die VHT-Linien im Kreisgebiet eingebunden. Für Oberursel plant der Verband, sieben von neun Bussen neu anzuschaffen.
Auch von den gut 50 Bussen der Flotte im Kreis soll etwa die Hälfte ersetzt werden. Wegen der Lieferzeiten gilt aber laut VHT eine Übergangszeit bis Mitte 2028, auf einigen neuen Strecken werden also erst einmal noch alte Busse unterwegs sein. Für die Gegend um Usingen und Neu-Anspach kauft der Verband drei Elektrobusse für den Überlandverkehr. Falls diese einmal ausfielen, stünden aber genug Dieselbusse bereit, verspricht Geschäftsführer Frank Denfeld.
Vom 1. Juli bis zum 16. August wird der geplante Fahrplan im Internet unter www.rmv.de/c/de/start/vht/aktuell/neues-busverkehrskonzept veröffentlicht. Wer will, kann online Hinweise einbringen. Der VHT kündigt an, Details dort noch anzupassen, wo schon „kleine Änderungen einen großen Nutzen für die Fahrgäste entfalten können“.
