Eine Freundin aus der Schweiz will von Frankfurt aus mit dem Fahrrad und Regionalzügen durch Deutschland reisen – ein riskantes Unterfangen in Großbaustellenzeiten, aber sie ist wild entschlossen und möchte kurzfristig und für einen Monat ein Deutschlandticket kaufen. Sie fragt: „Wo geht das am besten?“
Die Freundin braucht das Ticket in drei Tagen. Es kommt also nur eine digitale Buchung über App infrage. Der Kauf am Schalter braucht Vorlauf, wenn es denn überhaupt geht. Die Deutsche Bahn weist auf unterschiedliche Vertriebswege hin, der Kauf in einem DB-Reisezentrum sei nicht immer möglich. Beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) können Kunden am Schalter nur bis zum 10. eines Monats ein Ticket für den Folgemonat erwerben. Das geht per Bestellschein. Die physische Karte wird anschließend zugestellt. Darauf kann nicht jeder warten.

Der digitale Kauf via App ist grundsätzlich der schnellste Weg, kann einem im Fall der Deutschen Bahn aber auch Nerven kosten, weil die Bahn beim Deutschlandticket nur noch – betrügerischen Machenschaften mit Kundendaten in der Vergangenheit sei Dank – das Sepa-Lastschriftverfahren akzeptiert. Kunden müssen sich dafür verifizieren. Zum Beispiel mit dem elektronischen Personalausweis. Und dann wird es richtig kompliziert.
Der RMV hat für alle, die mit dem Sepa-Lastschriftverfahren bezahlen wollen, eine Pflichtprüfung über den Zahlungsdienstleister Tink eingeführt, um Betrügereien mit gefälschten und unbezahlten Deutschlandtickets einzudämmen. Immerhin können Kunden beim RMV das Deutschlandticket aber weiter auch mit Kreditkarte bezahlen.
Grundsätzlich gilt für das Deutschlandticket: Der Kunde schließt mit dem Kauf ein Abo ab, das er rechtzeitig, am besten sofort nach dem Kauf, kündigen sollte. Denn geschieht dies nicht bis zum 10. eines Monats, läuft das Abo im nächsten Monat weiter. Die Gefahr für Gelegenheitsfahrer mit Deutschlandticket, diesen frühen Termin zu vergessen, ist groß. Manch einer hat schon Lehrgeld gezahlt.
Drum sei hier eine viel bessere App empfohlen: Ticketplus+. Die App wird von der Allride GmbH, einem Mobilitäts-Start-up, betrieben. Mit wenigen Angaben ist der Kunde registriert, bezahlt werden kann per Kreditkarte, Apple Pay und Paypal. Das Beste ist: Gleich beim Buchen erscheint ein Kästchen, über das man das Abo mit dem Setzen eines Häkchens in den Pausezustand setzen kann, das geht noch bis 24 Stunden vor Monatsende. Mit einem Klick könnte also die Freundin aus der Schweiz, so ihr denn die Zugfahrt durch Deutschland gefallen hat, ihr Abo reaktivieren. Wir sind gespannt.
