
Am 1. Januar 2027 geht es los. Zu Jahresbeginn wird das neue Altersvorsorgedepot an den Start gehen. Das neue Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot. Dazu wird Geld am Kapitalmarkt angelegt. Dies kann über diverse Finanzprodukte wie ETF, Fonds oder auch Anleihen geschehen. Um möglichst viele Menschen dazu zu motivieren, dadurch ihre private Altersvorsorge zu stärken, gibt es Zuschüsse vom Staat und Steuervorteile. Die Unternehmen der Branche stehen in den Startlöchern, um neue Produkte zu kreieren oder die vorhandenen Angebote für den Start zu optimieren.
Der amerikanische Vermögensverwalter Franklin Templeton und die Finanz-App Finanzguru haben sich dafür jetzt zusammengetan. Die beiden Unternehmen haben mit der Entwicklung von Altersvorsorgedepot-Lösungen (AV-Depots) begonnen. Von Beginn 2027 an wollen die Partner privaten Anlegerinnen und Anlegern in Deutschland einen möglichst einfachen, digitalen Zugang zu den neuen staatlich geförderten Altersvorsorgedepots ermöglichen. Finanzguru soll dabei die Expertise mit über drei Millionen Kunden einbringen, Franklin Templeton liefert die Produktlösungen.
„Damit machen wir unsere globale Investmentkompetenz über eines der führenden Fintechs Deutschlands zugänglich“, sagte Christian Machts, Chef von Franklin Templeton in Deutschland und Österreich. Der Anspruch sei es, die Lösung „einfach, digital und verständlich zu machen“, kommentierte Alexander Michel, Gründer von Finanzguru.
„Es ist wichtig, überhaupt am Kapitalmarkt zu sein“
Die Chefin des amerikanischen Vermögensverwalters Franklin Templeton, Jenny Johnson, sieht in der Einführung des deutschen Vorsorgedepots einen wichtigen Schritt für die Altersvorsorge. „Ich bin sehr positiv. Das ist ein echter Start“, sagt Johnson im Gespräch mit der F.A.Z. Die seit 1982 in Deutschland aktive Fondsgesellschaft will vom neuen Sparmodell profitieren. Das soll auch über den Vertrieb durch Finanzberater geschehen.
„Es ist beeindruckend, dass Deutschland das jetzt geschafft hat“, sagte Johnson. Viele Länder kämpften mit dem Problem, dass Rentenversprechen immer schwerer zu erfüllen seien. „Die Spannungen um Verpflichtungen werden stärker und stärker“, sagte Johnson, die das von ihrem Großvater gegründete Unternehmen seit dem Jahr 2020 führt. Das Vorsorgedepot in Deutschland biete ihrer Meinung nach zwei entscheidende Vorteile. Selten bekommt man kostenloses Geld und zum anderen die steuerfreien Erträge, die den Zinseszinseffekt verstärken.
Für Johnson ist das auch eine neue Art der Finanzbildung: „Wenn ich Aktien besitze, fange ich an, mich für diese Unternehmen zu interessieren. Dieses Engagement lasse Märkte und Volkswirtschaften wachsen.“ Ihre Botschaft an Sparer: „Die wichtigste Investmententscheidung ist es, überhaupt am Markt zu sein, nicht unbedingt das perfekte Produkt zu wählen.“ Wer von 20 bis 29 Jahren jährlich 5000 Dollar spare und dann ruhen lasse, habe mit 60 Jahren mehr Vermögen zusammengesammelt als jemand, der im Alter von 30 bis 60 Jahren spare. „Das ist die Macht des Zinseszinses, die nie genug erzählt wird.“
