Für Studienanfänger in Deutschland verliert ein guter Abitur-Schnitt immer mehr an Bedeutung. Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote haben im kommenden Wintersemester eine Zugangsbeschränkung, wie aus einer Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hervorging. Im Bachelorbereich liegt die Quote der Zugangsbeschränkungen bei nur 28,7 Prozent.
Damit können sich Studierende inzwischen in mehr als 70 Prozent aller Bachelorstudiengänge unabhängig von ihrer Abiturnote einschreiben. Vor zehn Jahren war noch nahezu jeder zweite Bachelorstudiengang zugangsbeschränkt. Den Zugang zu Studiengängen beschränken Hochschulen unter anderem über die Abiturnote mit dem Numerus Clausus oder durch einen Eignungstest.
»Die Chancen seinen Wunschstudiengang an der jeweiligen Wunschhochschule zu studieren, waren wohl noch nie so gut wie aktuell«, sagte der Verfasser der regelmäßig erscheinenden CHE-Analyse, Cort-Denis Hachmeister. Selbst in stark nachgefragten Fächern wie Medizin oder Pharmazie habe sich das Verhältnis von Bewerbern zu Studienplätzen zugunsten der Studierenden verbessert.
Studiengänge in Berlin und Baden-Württemberg häufiger zulassungsbeschränkt
Die NC-Quote schwankt regional stark und hängt auch von der Studienrichtung ab. Wer in einer großen Stadt studieren will, trifft laut CHE tendenziell häufiger auf Zulassungsbeschränkungen. So ist in Berlin mehr als jedes zweite Studienangebot mit einem NC belegt. Aber auch das Flächenland Baden-Württemberg hat mit einem Anteil von 46,2 Prozent noch viele beschränkte Angebote, gefolgt vom Saarland (44,1 Prozent) und Bremen. An Hochschulen mit Sitz in Thüringen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz gibt es für weniger als jedes fünfte Angebot eine Beschränkung.
Einen Unterschied macht auch die Fächergruppe des Wunschfachs: Mit einem Anteil von 36,2 Prozent zulassungsbeschränkten Angeboten kommt es bei den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften häufiger auf den Numerus Clausus an als etwa bei den Ingenieurswissenschaften (24,3 Prozent) oder bei Mathematik und Naturwissenschaften (28,1 Prozent). Bei den Sprach- und Kulturwissenschaften hat nur weniger als ein Fünftel der Angebote eine Beschränkung.
