Bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für ein Ende
des Krieges gibt es Fortschritte. Laut den Vermittlern aus Pakistan und Katar verständigten sich alle Seiten auf einen Zeitplan, um innerhalb von 60 Tagen eine
dauerhafte Friedenslösung zu erzielen. Zudem soll ein Kommunikationskanal
eingerichtet werden, um Konflikte
und Missverständnisse künftig zu vermeiden. Dies soll etwa Schiffen eine sichere Fahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen, hieß es. Zudem
soll eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden, bei der neben den
Vermittlern auch der Libanon einbezogen werden soll, um militärische Operationen in dem Land zu verhindern.
Iran lobt »wesentliche Fortschritte«
Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden
abgeschlossen, die technischen Teams würden ihre Arbeit jedoch fortsetzen,
teilte das iranische Außenministerium mit. Damit sei der
Grundstein für Verhandlungen über ein endgültiges
Abkommen gelegt. Auch bei der Umsetzung der Verpflichtungen der Gegenseite gebe
es Fortschritte, berichteten staatliche iranische Medien übereinstimmend. Der Außenminister des Iran, Abbas Araghtschi, sprach
bezüglich der Verhandlungen über »wesentliche Fortschritte«.
Iran protestiert gegen Trumps Drohungen
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran auf dem
Schweizer Bürgenstock waren zuvor von Drohungen durch US-Präsident Donald Trump
erschwert worden. Trump hatte geschrieben, er werde den Iran »wieder sehr hart
angreifen«, wenn er die Hisbollah-Miliz im Libanon nicht davon abhalte, Unruhe
zu schüren. Auch wegen der Straße von Hormus äußerte Trump eine Warnung: »Wenn
ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr«, sagte er laut Fox News. Die
iranischen Unterhändler verließen daraufhin laut iranischen Medien aus Protest das
Hotel, in dem die Verhandlungen stattfanden. Die Gespräche waren zwischenzeitlich unterbrochen.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder zurückgegangen
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist Daten
zufolge nach der erneuten iranischen Blockade der Meerenge drastisch
eingebrochen. Lediglich fünf Schiffe durchquerten am Sonntag die für den Welthandel wichtige Meerenge,
verglichen mit 26 am Vortag, wie aus Daten der Analysefirma Kpler hervorgeht. Die US-Regierung
hatte die Angaben des iranischen Militärs zu einer
erneuten Schließung der Straße von Hormus zuvor als falsch zurückgewiesen.
Der Iran hatte am Wochenende verkündet, wegen erneuter israelischer Angriffe im
Libanon die Straße von Hormus wieder geschlossen zu haben.
Israel hebt kriegsbedingte Einschränkungen an Grenze zu Libanon auf
Israel hat angekündigt, alle wegen des Krieges mit der
Hisbollah-Miliz erlassenen Einschränkungen in seinen nördlichen Grenzregionen
aufzuheben. Die Anpassung der Vorschriften für die Bevölkerung sei nach einer
Lagebeurteilung beschlossen worden, teilte die Armee mit. Laut dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wird das israelische Militär die
eingerichtete Zone im Südlibanon entlang der israelischen Grenze weiterhin
besetzen. »Wir haben eine Sicherheitszone im Libanon eingerichtet, und wir
werden sie so lange aufrechterhalten, wie es zum Schutz unseres Volkes
notwendig ist«, sagte Netanjahu in Jerusalem. Der Iran besteht bei seinen
Verhandlungen mit den USA darauf, dass sich Israel aus dem Südlibanon zurückzieht.
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