Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich im Straßenverkehr strengere Alkoholgrenzen. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage
im Auftrag von RTL sprachen sich 68 Prozent der Befragten dafür aus, die bestehenden 0,5-Promillegrenze anzupassen. Für ein absolutes Alkoholverbot waren 45 Prozent, knapp ein Viertel der Befragten bevorzugte eine Grenze von maximal 0,3 Promille. Am bestehenden Limit wollten nur knapp ein Drittel der Befragten festhalten.
Auch beim Fahren von E-Scootern sind die Bürgerinnen und Bürger für strengere Promillegrenzen. 44 Prozent waren der Umfrage
zufolge dafür, dass E-Scooterfahrer komplett auf Alkohol verzichten
sollen. Für eine Grenze von 0,3 Promille sprachen sich 22 Prozent aus, jeder Vierte hielt eine
0,5-Promillegrenze für sinnvoll. Für E-Scooterfahrer gelten
dieselben Promillegrenzen wie für Autofahrer.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hatte im Juli 2025 gesagt, er sehe keinen Handlungsbedarf bei der Promillegrenze. Er empfehle zwar, sich »ganz ohne Alkohol ans Steuer zu setzen«, sagte der CDU-Politiker nachdem Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (BSW) im vergangenen Sommer, ein generelles Alkoholverbot gefordert hatte. Er halte das derzeitige 0,5-Promille-Limit für »ausreichend und zielführend«, sagte Schnieder damals.
Mehr Toleranz für Radler und E-Biker
Die Regelungen für Fahrrad- und E-Bikefahrer sahen die Befragten toleranter. Nur knapp ein Drittel (31
Prozent) hielt ein absolutes Alkoholverbot für sinnvoll. Eine 0,3-Promillegrenze wollten 23
Prozent, 0,5 Promille konnten sich 26 Prozent vorstellen. 15 Prozent
waren für einen maximalen Wert von 1,1 Promille oder mehr.
Die aktuelle Grenze für eine sogenannte
relative Fahruntüchtigkeit für Radfahrer liegt derzeit bei 0,3 Promille – dafür drohen eine Strafanzeige, ein Punkt in Flensburg und
eine Geldstrafe. Die sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit ist mit 1,6
Promille erreicht und gilt als Straftat. Als Konsequenz drohen eine
höhere Geldstrafe, zwei Punkte in Flensburg und die Anordnung einer
medizinisch-psychologische Untersuchung. Die Union hatte Anfang des Jahres angesichts steigender Unfallzahlen für eine Änderung der Promillegrenze für Radler plädiert.
Mehr Männer räumen Fahrten mit Alkohol ein
Die Mehrheit der Befragten (60 Prozent) gab zu, schon einmal Auto gefahren zu sein, nachdem sie Alkohol
getrunken hatten. Mehr als die Hälfte gab zu, nach dem Konsum geringer
Alkoholmengen, beispielsweise nach einem Glas Bier (0,3 Liter) oder
einem Glas Wein (0,2 Liter) Auto gefahren zu sein. Fast jeder Zehnte Autofahrer
(neun Prozent) hat sich nach größeren
Mengen Alkohol hinters Steuer gesetzt.
Dabei gaben mehr Männer als Frauen an, alkoholisiert gefahren zu sein. Vor allem bei
Fahrten nach mehr als einem Glas zeigte sich ein
Geschlechterunterschied: 13 Prozent der Männer gaben an, nach mehr als einem Glas gefahren zu sein, bei den Frauen waren es nur fünf Prozent.
Auch zwei Drittel (67 Prozent) der Fahrradfahrer sind der Umfrage
zufolge schon mindestens einmal alkoholisiert aufs Rad gestiegen – ein
Großteil nur nach geringen Mengen (38 Prozent), aber fast ein
Drittel (29 Prozent) auch nach mehr als einem Glas. Das sagten fast
doppelt so viele Männer (39 Prozent) wie Frauen (20 Prozent) an.
