
Was geht in den Köpfen all der Menschen vor, die auf der Straße an einem vorbeilaufen? Das wollte der Anthropologe Andrew Irving herausfinden. So ließ er in den Jahren 2010 und 2011 Passanten in New York ihre Gedanken in Echtzeit aufnehmen. „Ich verstehe ja, dass sie es nicht allen erzählt haben, aber ich bin doch nicht irgendwer“, sagte sich ein Mann namens Tony, dessen Freunde ihm nichts von einer Schwangerschaft erzählt hatten. Während eine gewisse Laura in einem Café brütete, warum sich ihr Liebhaber nicht meldete. Und Meredith, die ein Geschäft für Bürobedarf suchte, ging im Geiste immer wieder das Gespräch mit einer krebskranken Freundin durch. Das Projekt zeigte, was alle von sich selbst kennen: Die innere Stimme schweigt nie – und meistens ist sie nicht gerade positiv.
