
„Sicheres Schwimmen ist eine gesundheitsfördernde und überlebenswichtige Kompetenz“, stellt der hessische Kultusminister Armin Schwarz (CDU) fest. Er fügt hinzu, dass die Vermittlung in erster Linie in der Verantwortung der Eltern liege, bekennt sich aber auch zum Schwimmunterricht in den Schulen.
Der Anlass für seine Auskünfte sind zwei parlamentarische Anfragen, die ein flächendeckendes Phänomen thematisieren, auf das im Jahr 2022 das Forsa-Institut aufmerksam machte. Jedes fünfte Kind ist nach der Grundschule noch Nichtschwimmer. Als Mahnung werden regelmäßig die tödlichen Badeunfälle ins Feld geführt, die sich in jedem Sommer nicht nur in Baggerseen ereignen, sondern auch in Freibädern. Entsetzen löste beispielsweise vor einem Jahr das Ertrinken eines neunjährigen Mädchens in einem Frankfurter Schwimmbad aus. Eine genauere Ursache ist nicht bekannt.
Flächendeckender Schwimmunterricht
Schwimmen gehöre zur „körperlichen Grundbildung“ und sei ein fester Bestandteil des Sportunterrichts, sagt Schwarz. Der Schwimmunterricht sei in Hessen flächendeckend vorgesehen, so der Kultusminister. Allerdings hänge er davon ab, dass Becken zur Verfügung stünden. Der Verzicht auf den Schwimmunterricht könne nur im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Schulamt beschlossen werden.
Sollte eine Schule für den gesamten Bildungsgang in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn keinen Schwimmunterricht anbieten können, müsse dies dem Ministerium angezeigt werden. Solche Meldungen lägen aber gegenwärtig nicht vor, stellt Schwarz fest.
Er erinnert daran, dass auf die fehlenden Zugangsmöglichkeiten zu Schwimmstätten während der Corona-Krise mit dem Programm „Hessen lernt Schwimmen“ reagiert wurde. Gemeinsam mit dem Familien- und Sportministerium, dem hessischen Schwimm-Verband und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft habe man sich auf die von der Pandemie besonders betroffene Altersgruppe der sechs- bis vierzehnjährigen Kinder und Jugendlichen konzentriert.
Hohe Teilnehmerzahl bei kostenlosen Schwimmkursen
Nach dem Ende der Corona-Krise habe man das Programm zunächst fortgeführt. Im vergangenen Jahr sei es auf alle schulpflichtigen Kinder und Jugendliche ausgeweitet worden, die noch keinen „Freischwimmer“ haben – das Schwimmabzeichen Bronze. Allein im Zeitraum von August 2021 bis Ende Juli 2024 hätten in Hessen fast 4000 Kinder und Jugendliche an den Schwimmkursen teilgenommen.
Die hohe Zahl der Teilnehmer an den kostenlosen Schwimmkursen zeige den Bedarf. Für den Unterricht besitze auch die finanzielle Förderung von Sportstätten durch die Landesregierung einen hohen Stellenwert. Man habe am Bedarf orientierte Programme entwickelt, mit denen eine Vielzahl unterschiedlicher Vorhaben von Sportvereinen, Kommunen und weiteren Trägern unterstützt würde.
Mit dem Investitions- und Modernisierungsprogramm SWIM plus habe die Landesregierung innerhalb der zurückliegenden zwei Jahre 55 Schwimmbäder gefördert.
