Mit einem großen Kran, vielen Transportfahrzeugen und Nassschneidern, die sich als Steintrennmaschinen schon andernorts bewährt haben, soll die seit fünf Jahren gesperrte Mainzer Hochstraße nun abgerissen werden. Ein Generalunternehmer sei mittlerweile beauftragt worden, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Max Wild GmbH soll möglichst bis Ende 2028 die 1,3 Kilometer lange innerstädtische Spannstahlbrücke beseitigen. Das in Süddeutschland beheimatete Unternehmen, das als Abrissspezialist gelte, werde dabei nicht nur für Planung und Ausführung, sondern auch für das Recycling der alten Baustoffe verantwortlich sein. Bis zu 80 Prozent davon sollen wiederverwendet werden können.
Schnellstrecke seit 2021 stillgelegt
Die Mainzer Umwelt- und Mobilitätsdezernentin Janina Steinkrüger (Die Grünen) sagte, dass die 1969 in Betrieb genommene Hochstraße, die einst als Schnellverbindung zwischen Rheinallee und Mombacher Straße gedacht gewesen sei, heute gar nicht mehr gebraucht werde. Was zeige, dass man den „gigantischen Verkehrsprojekten vergangener Tage“ nicht nachtrauern müsse. Die von Rissen und Korrosion angegriffene Hochstraße war im Juli 2021 komplett gesperrt worden. Danach hätten die vorhandenen Straßen auf ebener Erde sowie die ertüchtigten Kreuzungen völlig ausgereicht, um den Verkehr rund um die Zwerchallee aufzunehmen.

Letztlich werde der wohl drei Jahre dauernde Abriss des auf gewaltigen Pfeilern ruhenden Betongebildes, mit dem im Herbst in Höhe des Hartenbergparks begonnen werden solle, aber nicht ohne Einschränkungen für die fast 40 Anlieger und die regelmäßig zwischen Mombach und der Neustadt pendelnden Verkehrsteilnehmer bleiben, ließen die für das Projekt zuständigen Vertreter des Stadtplanungsamts wissen. Vorab sei jedoch schon mit allen gesprochen worden, die von den Arbeiten besonders beeinträchtigt sein dürften: vom Autowasch-Park über einen Baustoffhändler bis zum Mainzer Tierheim und der als Zentrum für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie bekannten Rheinhessen-Fachklinik, die allesamt im Schatten der maroden Brücke liegen.
Vorgesehen ist, die Hochstraße von Süd nach Nord – also von der Mombacher Straße aus in Richtung Rheinallee – niederzulegen; dies jeweils in überschaubaren Abschnitten. Dabei sollen „handliche Stücke“ mit einer Länge von bis zu 20 Metern und einer einheitlichen Breite von zwölf Metern geschnitten werden, die man mithilfe des Großkrans für den Abtransport und das spätere Baustoffrecycling am Boden ablegen will. Als größte Herausforderung wird gesehen, dass wegen der Arbeiten in luftiger Höhe zwischen Juli 2027 und April 2028 gleich drei Bahnstrecken, nämlich die Verbindungen von Köln in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt sowie jene von Mainz nach Alzey respektive Wiesbaden, zeitweise gesperrt werden müssen.
Bis es so weit ist, soll das Bauwerk, für dessen Beseitigung die Stadt Mainz allein aufkommen muss, erst einmal deutlich verschlankt werden. Von Herbst an werden etwa der Fahrbahnbelag abgefräst, Abdichtungsfolien beseitigt sowie alle Aufbauten und Geländer entfernt, um einerseits die Brücke, zugleich aber auch die Abrissarbeiten zu erleichtern.
