Im amerikanischen Kongress regt sich Widerstand gegen die Pläne des US-Präsidenten für die neuen Kriegsschiffe der „Trump-Klasse“. Der Verteidigungsausschuss des Repräsentantenhauses verlangt in einem Gesetzentwurf, der am Dienstag veröffentlicht wurde, dass die Marine zunächst einen „ausreichend fortgeschrittenen Reifegrad“ der für die Schiffe vorgesehenen Waffen nachweisen müsse. Davor dürften keine Verträge oder sonstige Vereinbarungen zum Bau des Führungsschiffs von Donald Trumps „Goldener Flotte“, der USS Defiant, abgeschlossen werden. Das Gesetz muss noch mit dem Senat abgestimmt werden.
Trump hatte im Dezember die Entwicklung von neuartigen Schlachtschiffen angekündigt, die nach seinen Worten schneller, größer und „hundertmal“ schlagkräftiger als alle Kriegsschiffe sein sollen, die bislang gebaut wurden. Nach seinen Plänen werden sie eine Verdrängung von 30.000 bis 40.000 Tonnen haben und wären damit größer als die Zerstörer und Kreuzer, die derzeit bei der Navy im Einsatz sind.
Die Schiffe sollen mit einer Vielzahl moderner Waffen ausgerüstet werden, darunter Hochenergielaser, elektronische Railguns, Hyperschallraketen oder nuklearfähige Marschflugkörper. Vieles davon befindet sich noch im Entwicklungsstatus.
Ausschuss fordert genauen Fahrplan
Das United States House Committee on Armed Services, ein Ausschuss des Repräsentantenhauses, der das Budget für die Streitkräfte überwacht, fordert nun einen genauen Fahrplan für das mehrere Milliarden Dollar teure Projekt. In dem Gesetzentwurf heißt es, dass der Marineminister innerhalb von 180 Tagen nach Inkrafttreten des Gesetzes dem Kongress eine Strategie für die Entwicklung der Schiffe, einen voraussichtlichen Zeitplan und Einzelheiten über geplante Waffen und Einsatzprofile vorlegen müsse.

Trump hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass die ersten zwei Kriegsschiffe in „etwa zweieinhalb Jahren“ gebaut werden sollen. Von der Marine hieß es dagegen, dass vor 2030 nicht mit Beginn der Entwicklung zu rechnen sei. Die Navy schätzt die Kosten des ersten Schiffs, der USS Defiant, auf 17 Milliarden Dollar – das wäre mehr als ein moderner Flugzeugträger. Trump hat in Aussicht gestellt, bis zu 25 neue Schlachtschiffe bauen zu lassen.
Hohe Kosten, technische Hürden, fehlende Infrastruktur
Amerikanische Kongressmitglieder zeigten sich aufgrund des unklaren Designs skeptisch über die hohen Kosten; Fachleute kritisierten, dass die geplanten Schiffe zu groß und verwundbar seien, um die chinesische Bedrohung auf See einzuhegen. Zweifel gibt es auch, ob die USA überhaupt über die notwendige Infrastruktur verfügen, um Trumps Pläne schnell realisieren zu können. Amerikanische Werften sind bereits derzeit stark ausgelastet, und es fehlt an Fachkräften.
Der Gesetzentwurf offenbart nun Unsicherheiten im Kongress über die Verwirklichung von Trumps gewünschten Waffen. Der Text nennt zwar keine expliziten Systeme, es dürften aber unter anderem die für die Schiffe vorgesehenen Railguns gemeint sein. Diese nutzen statt Schießpulver elektromagnetische Energie, um Projektile auf extrem hohe Geschwindigkeit zu bringen. Die Navy hat entsprechende Waffen bereits getestet; sie sind aufgrund von Budgetengpässen und technischen Herausforderungen wie dem hohen Energiebedarf aber noch nicht über den experimentellen Status hinausgekommen.
Ähnliches gilt für die Laserwaffen, die zur Verteidigung der neuen Schlachtschiffe eingesetzt werden sollen. Die Regierung plant die Stationierung von Systemen mit einer Leistung von 300 Kilowatt und 600 Kilowatt. Laut dem Fachportal „The War Zone“ wären diese weitaus leistungsstärker als alle bisherigen Laser, die die Marine auf ihren Schiffen einsetzt. Auch die Hyperschallrakete Intermediate-Range Conventional Prompt Strike, die circa 3000 Kilometer weit fliegen soll, ist noch in der Testphase.
Der Verteidigungsausschuss des Repräsentantenhauses erhofft sich nun Klarheit über den Fortschritt der Waffen, bevor mit der Entwicklung der Kriegsschiffe überhaupt begonnen wird.
