Mehrere Boote mit hunderten Migranten sind einem Medienbericht zufolge südlich von Kreta entdeckt und gerettet worden. Wegen der ruhigen See könnten weitere Boote folgen.
© Eleftherios Elis Mitza/AFP/Getty Images
Innerhalb von 48 Stunden haben die griechische Küstenwache und die europäische Grenzschutzagentur Frontex einem Bericht zufolge vor Kreta rund 400 Migranten in Sicherheit gebracht. Wie der griechische Sender ERTNews unter Berufung auf Angaben der Küstenwache berichtet, wurde der Einsatz vom gemeinsamen Such- und Rettungszentrum der Küstenwache koordiniert.
Den Angaben nach erfolgte die Ortung der Boote durch Luftfahrzeuge und Schiffe der Frontex-Einheit in einer Entfernung von 53 bis 16 Seemeilen vor der Küste von Kreta und Gavdos.
Der griechische Migrationsminister Thanos Plevris hatte erst vor wenigen Tagen gesagt, dass in Libyen derzeit etwa 550.000 Migranten auf eine Möglichkeit zur Überfahrt nach Europa warten. Nach Einschätzung der Behörden begünstigen die aktuell ruhigen Wetterverhältnisse zwischen Libyen und Kreta weitere Überfahrten. Offiziere der griechischen Küstenwache gehen demnach davon aus, dass bereits weitere Boote aus Libyen in Richtung Griechenland und damit in die EU unterwegs sind.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen im vergangenen Jahr etwa 42.000 Migranten über den Seeweg auf den griechischen Inseln an. Im östlichen Mittelmeer starben im selben Zeitraum mindestens 107 Menschen. Nach Einschätzung von Offizieren der griechischen Küstenwache dürfte die tatsächliche Zahl der Todesopfer jedoch deutlich höher sein, da vermutlich viele Menschen unbemerkt auf See ums Leben kamen.
