Der Iran hat als Vergeltung für Angriffe der USA einen Stützpunkt der US-Armee angegriffen. Von dem angegriffenen Stützpunkt seien zuvor die Angriffe auf den Iran ausgeführt worden, berichtet das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Revolutionsgarde. Angaben zum Ort des US-Stützpunktes wurden nicht gemacht. Das Golfemirat Kuwait, das mit den USA verbündet ist und einige US-Stützpunkte beherbergt, meldete auch Drohnen- und
Raketenangriffe auf sein Land. Ob die Angriffe zusammenhängen, ist bislang noch unklar.
Zuvor fanden Angriffe der USA auf den Iran statt, bei denen nach Angaben eines Regierungsvertreters unter anderem vier iranische Drohnen abgeschossen wurden. »Zudem griffen die US-Streitkräfte einen iranischen Stützpunkt in Bandar
Abbas an, von dem gerade eine fünfte Drohne gestartet werden sollte«, sagte der US-Regierungsvertreter. Die iranischen
Drohnen hätten »eine Gefahr« für die Straße von Hormus dargestellt. Keine der Angaben ließen sich zunächst unabhängig überprüfen.
Ausgangspunkt der Angriffe war laut einer Militärquelle, aus der die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zitiert, ein amerikanischer Öltanker, der die Meerenge mit abgeschaltetem Radarsystem passieren wollte. Die Revolutionsgarde hätte ihn beschossen und zum Umkehren gezwungen.
Trump noch nicht »zufrieden« mit Verhandlungsstand
Eigentlich gilt seit Anfang April eine Waffenruhe im Irankrieg. Diese dürfte durch die Angriffe schwer belastet werden und einen Einfluss auf die laufenden Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende der Kämpfe haben. Aus Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der aktuelle Stand der Verhandlung nicht zufriedenstellend. Der Iran wolle zwar »unbedingt ein Abkommen schließen«, die US-Regierung sei allerdings noch nicht »zufrieden«. Trump erneute seine Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen und »die Sache zu Ende« bringen werde.
Der Iran hält jedoch nach Aussagen eines
ranghohen Politikers an seinen Kernforderungen fest. Man werde sich
durch Trumps Rhetorik nicht von seinen »roten Linien« abbringen lassen,
schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale
Sicherheit und Außenpolitik des Parlaments, auf der Plattform X. Dazu
zählte er das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen.
