Uganda hat wegen der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo die Grenze zum Nachbarland geschlossen. Die Grenzschließung trete mit sofortiger Wirkung in Kraft und werde vier Wochen andauern, teilte eine Ebola-Taskforce unter Leitung der ugandischen Vizepräsidentin Jesca Alupo mit.
Uganda hatte bisher sieben Infektionen und einen Todesfall gemeldet. Zentrum der Ebola-Epidemie ist die benachbarte Demokratische Republik Kongo. Dort verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mehr als 900 Verdachtsfälle und mehr als 220 Todesfälle.
Die WHO hatte Kongos Nachbarstaaten zwei Tage zuvor zu einem »unverzüglichen« Vorgehen gegen eine Ausbreitung des Ebola-Virus aufgerufen. Die an Kongo angrenzenden Länder seien »einem besonders hohen Risiko« ausgesetzt und sollten »unverzügliche Maßnahmen ergreifen«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Uganda hatte in der vergangenen Woche bereits den gesamten öffentlichen Verkehr in die DR Kongo eingestellt. Staatssekretärin Diana Atwine kündigte nun eine 21-tägige Quarantäne für alle Einreisenden aus dem Kongo sowie regelmäßige Kontrollen von Schülern an grenznahen Schulen an. Ausgenommen von der Schließung seien lediglich medizinische Einsatzteams, humanitäre und sicherheitsrelevante Einsätze sowie der Lebensmittel- und Frachttransport.
Deutsche Politiker fordern mehr Entwicklungshilfe
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sieht einen Zusammenhang zwischen dem Ebola-Ausbruch im Kongo und gekürzten Geldern für Entwicklungszusammenarbeit. »Der Ebola-Ausbruch zeigt sehr deutlich: Wer internationale Zusammenarbeit für Gesundheit kürzt, gefährdet Menschenleben – momentan in Zentralafrika, aber auch darüber hinaus«, sagte sie der Rheinischen Post.
Auch Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte zuvor mehr deutsche Entwicklungshilfe gefordert. Sonst sollen sich Viren wie Ebola zu Pandemien ausbreiten können.
